Ehemalige Arbeitgeber und andere Katastrophen

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Sackgasse

Manche Wege führen in die Sackgasse

Es begab sich, dass ich im Vorjahr bei einem deutschen Unternehmen als freier Mitarbeiter einstieg. Beginnen nicht alle Märchen so? Leider ist die Geschichte wahr, selbst wenn es nur meine Sicht der Dinge ist, die ich hier darlegen kann.

Ich hatte das Blog schon seit längerer Zeit in meinem Feedreader. Der Ruf des Internet-Portals hatte in meinen Augen nach dem Betreiberwechsel keinen sichtbaren Schaden genommen. Viele der Artikel dort waren für mich als Leser nicht wirklich relevant. Ich hoffte aber, dass ich dort vielleicht einige meiner Kernthemen unterbringen könnte, eben weil es dort nur selten etwas darüber zu lesen gab. Nach meiner Bewerbung stellte ich schnell ein paar Unterschiede zu anderen Arbeitgebern fest. Es gab schon im Vorfeld einen Vertrag, selbst wenn er in manchen Punkten zu meinen Ungunsten formuliert war. Und es gab auch eine Verpflichtung in Voraus zu planen, bis zu welcher Uhrzeit die eigenen Artikel fertig sein sollten. Das war professionell. Auch die Bezahlung war für mich okay.

Privatsphäre? Ein Fremdwort!

Ich fand es aber merkwürdig, dass man selbst als freier Autor zwingend die firmeneigene E-Mail-Adresse auf ihrem Server benutzen sollte. Einer meiner damaligen Kollegen hat später sogar seinen Gmail-Account komplett aufgegeben und ist seitdem nur noch über die Adresse des Unternehmens erreichbar. Die Nachteile liegen auf der Hand: Es sind deren Server. Bei unverschlüsselten E-Mails können diese auch Jahre später noch gelesen werden. Privatsphäre ist in dieser Form nicht möglich. Scheidet ein Mitarbeiter freiwillig aus oder wird er gekündigt, verliert er seine einzige Kontaktmöglichkeit. Er ist dann für alle früheren Geschäftspartner und Interviewpartner auf einen Schlag nicht mehr erreichbar. Das fördert meines Erachtens die Abhängigkeit vom Arbeitgeber. Bei Festangestellten ist eine betriebliche E-Mail nachvollziehbar. Bei Freiberuflern, die für diverse Portale schreiben, hingegen nicht. Der Zwang ging soweit, dass mir wichtige Informationen absichtlich an die firmeneigene E-Mail-Adresse geschickt wurden. Per Googlemail bekam ich lediglich den Hinweis, ich müsse bei ihnen nachschauen, wenn ich die Information haben will. Sorry, das fand ich äußerst merkwürdig.

2 bis 3 Euro Stundenlohn bei Interviews

Echt krass wurde es bereits wenige Tage später. Ich bekam die Anfrage des Redaktionsleiters, der damals noch zusätzlich für ein anderes News-Portal des Betreibers verantwortlich war. Er könne mir eine Flugreise für ein Interview in Südeuropa anbieten. Ich fragte freundlich zurück, wie denn die Konditionen aussehen. Es kam keine Antwort. Zwei Tage später fragte ich nach, was denn aus den Reiseplänen geworden sei. Er antwortete mir, ich hätte nicht nach den Konditionen fragen dürfen. Er hätte das Interview einem Kollegen vermittelt. Aha, denkt man sich dann. Ich fand es schade, weil mich das Gespräch schon gereizt hätte. Dann etwa 3 Tage vor dem Termin bekam ich eine Mitteilung, der Kollege habe es sich anders überlegt. Ob ich nicht doch fliegen könne. Ich fragte abermals nach den Konditionen. Bei einem Arbeitsaufwand von etwa 3,5 bis 4 Tagen inklusive dem Übersetzen und Mitschreiben des englischsprachigen Interviews, mit An- und Abreise, plus Formulierung eines allgemeinen Artikels über die Führung durch das Unternehmen – für all das sollte ich brutto 70 Euro bekommen. Man räumte mir „ausnahmsweise“ das Recht zur Zweitverwertung ein.

Also nochmal zum Mitschreiben: 4 von 5 Wochenarbeitstage soll ich aufwenden und kriege 70 zu versteuernde Euro, wobei für den Auftraggeber wahrscheinlich keinerlei Reisekosten entstanden sind. Ich dachte, mich kriegen sie. Kalkuliere ich wirklich mit 4 Tagen und somit 32 Stunden Zeitaufwand, komme ich auf einen Stundenlohn von 2,1875 Euro brutto. Bei 3 Tagen bin ich bei knapp 3 Euro pro Stunde. Da mein Ausweis zu diesem Zeitpunkt tatsächlich abgelaufen war, und ich wegen eines Wasserschadens die Handwerker im Haus hatte, habe ich dankend abgelehnt.

Ich weiß selbst zu genau, dass im Online-Bereich die Einnahmen der Betreiber nicht in den Himmel wachsen. Aber wieso ist es nicht nachvollziehbar, wenn ich bei rund 2,20 Euro pro Stunde keine Luftsprünge mache? Mein Vorgesetzter war weniger begeistert, hat das Thema aber auch nicht weiter angesprochen. Das war auch gut so, ich hätte bei so viel Freizügigkeit ansonsten bei nächster Gelegenheit in seine Tischkante gebissen.

Übrigens hat sich das Szenario munter wiederholt, das war keine Ausnahme. Wir wurden häufiger dazu aufgefordert, auf eigene Kosten zu irgendwelchen Firmenmeetings zu fahren, die sonst wo stattfanden. Kurz vor Ende kam eine Anfrage wegen eines Interviews mit Microsoft. Das gleiche Spiel, ein vergleichbarer Aufwand, die gleiche Bezahlung. Ich hätte gerne mehr als die angebotenen 70 Euro für insgesamt zwei Artikel, schrieb ich zurück. Auf meine Nachfrage wurde ich vom Redaktionsleiter an den Geschäftsführer verwiesen. Der gab mir nach wenigen Minuten Bedenkzeit per E-Mail zu verstehen, dass man den Auftrag anderweitig „intern“ vergeben hätte, was auch immer das bedeuten mag.

Kommunikationszentrale

Spannend auch der Umgang mit internen Absprachen. Ich schlug dem Vertreter des Redaktionsleiters zwei Themen vor und versuchte ihm per ICQ klarzumachen, wie wichtig mein präferiertes Facebook-Thema sei. Nein, keine Chance, Facebook wollte er nicht. Das war an sich nichts Neues. Meine Artikelvorschläge wurden häufiger abgelehnt, das ging aber nicht nur mir so. Das ist soweit nachvollziehbar, das kann einem überall passieren. Wir machten aus, ich solle das andere Thema bearbeiten und um ca. 11 Uhr würden wir uns nochmals kurzschließen. Dazu kam die Ansage, später sei das Facebook-Thema möglicherweise schon zu alt. Gut, okay. Damit konnte ich leben.

Eher zufällig schaute ich um kurz vor 11 Uhr im Blog meines Arbeitgebers vorbei und sah, dass meine vorgeschlagene Facebook-News mittlerweile von einem anderen Freiberufler veröffentlicht wurde. Ich muss also davon ausgehen, mein Vorgesetzter hat sich die Sache kurz nach dem Chat anders überlegt und gab das Thema ohne jede Info an mich weiter. Oder aber mein Kollege war selbst darüber gestolpert und er bekam dafür die Zusage. Auch wenn ich keine verbindliche Zusage erhalten hatte, so hatte ich dennoch schon zu Schreiben angefangen. Ich war echt schockiert über dieses Verhalten. Für mich steht fest: Wer einen Mitarbeiter so behandelt, schätzt ihn nicht! Ein einziger Satz per E-Mail oder ICQ hätte gereicht und alles wäre prima gewesen. Aber nein, das war ja offensichtlich nicht nötig.

Wenig überraschend konnten die Herren meine Aufregung nicht nachvollziehen. Auch weil ich mit der angekündigten Reduzierung des Honorars um 6 Euro nach Ende der Probezeit nicht einverstanden war, telefonierte ich tags darauf mit dem Geschäftsführer. Ich solle mir doch nicht so viel Mühe bei der Erstellung meiner Artikel machen, dann würde auch der Stundenlohn wieder passen, sagte er mir. Solche Aussagen habe ich aber noch nie zu hören bekommen. Er könne es verstehen, dass die Reduzierung nicht motivierend wirke. Aber das anfängliche Honorar könne er auf Dauer nicht bei den Gesellschaftern realisieren. Daraufhin folgten die für trainierte Manager üblichen Fragen, um mich zu verunsichern. Er wolle mir helfen. Wo denn meine Probleme liegen würden, warum ich so lange für einen Artikel brauche und vieles mehr. Na klar! Wenn ich einfach den Text von anderen Quellen umformuliere, statt eine Anfrage bei der zuständigen Pressestelle durchzuführen, weil ich eine zitierfähige Aussage haben will, geht alles schneller. Aber dann ist es exakt das Geschmiere, welches die Firma haben will und jetzt auch bekommt. Dann wurde mir noch gesagt, eine Absprache wegen der Facebook-News hätte nicht stattfinden müssen. Sie seien doch „keine Kommunikationszentrale“.

Gut dachte ich mir. Ich auch nicht! Daraufhin habe ich bei Thunderbird den Firmen-Account augenblicklich gelöscht. Denn ich verhalte mich bei einer derartigen Behandlung sicher auch nicht wie eine Kommunikationszentrale. Jeder bekommt, was er verdient. Wer noch etwas von mir wollte, musste mich halt über Googlemail anschreiben, fertig!

Zwischenzeitlich erfolgte eine wirklich ausgefallene Weihnachtsfeier, wo man es den Mitarbeitern an wirklich nichts mangeln ließ. Sogar die Kinder der Angestellten wurden bestens versorgt. Unterhaltung, Speisen und Getränke vom Feinsten. Es gab sogar für die Freien ein dickes Weihnachtsgeschenk, was mich an dem Tag deutlich milder stimmte.

Doch das dicke Ende kommt noch. Ich habe Anfang dieses Jahres gekündigt, weil ich das Gefühl hatte, ich kann bei diesem Unternehmen nichts lernen. Texte einfach im Eiltempo herunterschreiben, das kann ich überall. Ich möchte im Idealfall dort arbeiten, wo ich mich wohlfühle, weil ich gut behandelt werde. Wenn es geht, möchte ich mich sogar mit der Firma und dem Produkt identifizieren. Andere Menschen sind vielleicht weniger empfindlich. Zu bleiben war mir unter den gegebenen Umständen nicht möglich. Um nicht zu viele Interna zu verraten, bleiben an dieser Stelle mehrere „Zwischenfälle“ unerwähnt. Das bisher Geschriebene reicht völlig aus, um sich ein Bild von den dortigen Verhältnissen zu machen.

Gelöscht

Mein Kontakt Uwe aus Bochum schrieb mich an, neben dem Interview von mir sei kein Name zu sehen. Wie, was? Ich hatte das Interview doch gerade erst bei Google Plus, Facebook, Twitter, Xing und LinkedIn angekündigt, das war höchstens 10 Minuten her. Und tatsächlich. Der Redaktionsleiter hatte meinen Namen auf Anweisung der Geschäftsleitung noch vor Ablauf des Arbeitsvertrages aus allen Artikeln entfernt. Dort stand lediglich:

Ehemalige ***** ******** Autoren / Dieses Posting wurde von einem Blogger geschrieben, der nicht mehr für ***** ******** aktiv ist.

Ich befinde mich dort übrigens in bester Gesellschaft. Ich habe auf 22 Übersichtsseiten Artikel gefunden, die nachträglich anonymisiert wurden. Angeblich würde dies nur bei Personen geschehen, die nur kurzfristig für das Unternehmen bloggten, wurde mir zur Antwort gegeben. Und nein, ich hätte keinerlei Anspruch darauf, namentlich genannt zu werden. Lieber Vorgesetzter, das ist einfach falsch. Schon Satz 1 von § 13 des Urheberrechtsgesetztes besagt, der Urheber hat ein Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft am Werk. Er kann bestimmen, ob dieses mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist. Dazu kommt, dass mir sogar vertraglich zugesichert war, dass mein Name erwähnt werden muss. Wenn der Redaktionsleiter den Vertrag nicht kennt, wieso glaubt er mir schreiben zu müssen, dass ich kein Recht auf meine Namensnennung hätte? Ich verstand die Welt nicht mehr.

Okay, zugegeben. Ich hatte die Nase gestrichen voll und via social media angekündigt, dass dies definitiv mein letzter Beitrag für diesen Arbeitgeber sei. Sonst hatte ich nichts Wertendes geschrieben. Das war mein Fehler und leider auch unprofessionell. Professionell wäre es gewesen, zu allem zu lächeln und sich still und heimlich zu sagen, dass die Welt um einen herum einfach total verrückt ist.

Wieso die ganze Aufregung? Das ist im Prinzip ganz einfach. Wer sich als freier Journalist etablieren will und eine Chance zum Publizieren bekommt, der gibt Vollgas. Ich wollte mit besonders guter Arbeit und interessanten Statements von Insidern bei künftigen Arbeitgebern punkten. Wenn mein Name neben dem Artikel fehlt, wird mir diese Chance natürlich genommen. Ich kann beim Bewerbungsgespräch schlecht sagen: Lieber Portalbetreiber, da stand mal mein Name, der wurde aber gelöscht.

Vor allem Quereinsteiger suchen nach Möglichkeiten, Referenzartikel zu veröffentlichen um sich einen Namen zu machen. Wenn ich das Statement eines Filehosters, eines Landtagsabgeordneten, von Rechtsanwälten, Hackern etc. vorweisen kann, wäre das wertvoll gewesen. Das weiß ich, das wussten sicher auch meine Vorgesetzten.

Einen Rechtsanwalt habe ich zur Durchsetzung meiner Rechte glücklicherweise nicht einschalten müssen. Dennoch hat man die Wiedereinsetzung so gelöst, dass der eigene Name über die Suchmaschinen nicht mehr sonderlich gut auffindbar ist. Natürlich hätte man das auch mit Hilfe von WordPress lösen können. Doch ich befürchte, das wollte man schlichtweg nicht.

Fazit

Kaum begann ich hinter die Kulissen zu blicken, kamen mir die ersten Zweifel, ob ich dort gut hinpassen würde. In den wenigen Monaten meiner Mitarbeit wurde für mich mit jeder Woche offensichtlicher, dass Autoren für diese Firma nichts weiter als austauschbare menschliche Schreibmaschinen sind. Blogbeiträge sollen so wenig wie möglich kosten, die Qualität ist dabei nachrangig. Zugegeben: Man muss nicht aus jeder News eine Doktorarbeit machen. Und manchmal neige ich zu aufwändigen Ausarbeitungen. Aber ein gewisses Maß an Qualität ist für mich einfach nicht diskutabel. Die Leser sind nicht blöd und schalten ab, sobald sie sich nicht gut unterhalten fühlen.

Wirklich schlimm in dem Zusammenhang ist, dass solche Arbeitgeber über eine schier endlos sprudelnde Quelle an Nachwuchsautoren verfügen. Es wird immer genug Leute geben, die sich darüber freuen, für mehr als nur für die fünfzig Leser ihres eigenen Blogs zu schreiben. Mir hätte es anfangs ganz genauso passieren können. Ich habe im Sommer 2006 auch mit unendlich viel Enthusiasmus und Spaß meine ersten News bei gulli.com veröffentlicht. Ich hätte damals Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, nur um weiter publizieren zu dürfen. Glücklicherweise war das nicht nötig, weil die Zusammenarbeit funktionierte und bis heute funktioniert.

Ich habe übrigens lange darüber nachgedacht, ob ich mich überhaupt über dieses Thema auslassen soll. Zu leicht könnte der Eindruck entstehen, dass ich eine Krawallschachtel bin. Dann heißt es, der Sobiraj regt sich selbst über kleinste Kleinigkeiten auf. Doch weder das eine noch das andere ist der Fall. Ich habe einfach keine Lust, mich (nahezu) pausenlos schlecht behandeln zu lassen.

Foto: Lars Sobiraj.

Autor: Lars Sobiraj

Hallo! Mein Name ist Lars Sobiraj, ich bin Online-Journalist und Seminar-Leiter. Meine Fachgebiete sind Datenschutz, Urheberrecht, Netzpolitik, Hacktivismus, Technologie und Internet.

52 Kommentare

  1. Einblicke aus dem Arbeitsleben eines Online-Journalisten:
    Ehemalige Arbeitgeber und andere Katastrophen: http://t.co/gSvGln64tM

    • Schon heftig was du da erlebt hast. Vor allem weil ich ja etliche deiner Artikel kenne und weiss wie gut die recherchiert sind.
      Vermute mal es geht um den Arbeitgeber wo du mich als Szene Beobachter in deinem ersten Artikel erwähnt hast. Dieser Blog kam mir schon von Anfang an sehr merkwürdig vor. Also die anderen Artikel die ich dort gelesen habe. Aber das will ja nichts heißen da ich nicht wirklich die viel Ahnung von Journalismus habe.

  2. Das ist krass! Ich habe es live mit verfolgt was da mit dir passiert ist und bin entsetzt was man sich heutzutage mit Menschen alles so erlaubt. Versucht zu erlauben. Leider lassen sich das zuviele Gefallen und somit finden die immer wieder einen neuen der für weniger Geld arbeitet.
    Da du daraus was gelernt hast wie ich herauslese hat es wenigstens was gutes. ;-)
    Krawallschachtel….hihi. Wer dich kennt weiss es besser.

  3. Was unserer Gesellschaft abhanden gekommen ist, ist der Respekt.

    Würde jeder die Bedürfnisse seiner Mitmenschen (und Mitgeschöpfe) ein bißchen mehr respektieren, ginge es der ganzen Welt um Einiges besser.

    Doch solange “ICH” alles ist was zählt, hast “DU” keine Bedeutung, so daß ein “WIR” unmöglich ist.

  4. Leseempfehlung für Online-Journalisten: Ehemalige Arbeitgeber und andere Katastrophen. http://t.co/RfAqLOHjAz /via @BILDblog

  5. Das ist traurig! Das menschliche wird immer mehr Nebensache, man soll einfach nur noch funktionieren und funktionieren. Ich habe das entsprechende Blog gerade aus meinem Feedreader entfernt und in allen Netzwerken entfolgt.

  6. Pingback: Vom Leben eines Freien Journalisten in der Blogosphäre… | Inc.Re.Mental

  7. Mir wurde gerade per Facebook-Chat geraten, den Artikel wieder zu löschen. Mir riet eine Bekannte, ich könnte auf künftige Arbeitgeber mit diesem Posting einen schlechten Eindruck machen. Ja, das weiß ich, das Risiko gehe ich aber ein.

    Der Blogbeitrag riecht vielleicht nach Nachtreten. Das ist aber nicht der Fall weil ich versuchte, die Dinge direkt per E-Mail und auch telefonisch zu klären. Für die Betreiber war aber alles stets in bester Ordnung.

    Bei meinem Vorstellungsgespräch in Wien war mein erster Satz gegenüber meinem künftigen Vorgesetzten von gulli.com: Wenn es etwas gibt, möchte ich das bitte direkt klären. Das war 2008, an meiner Einstellung hat sich nichts geändert.

    • Hi Lars,

      mich deucht, ich habe so etwas Ähnliches schon des Öfteren gehört. ** nicht wahr? Ich lese dort schon lange nicht mehr, die Qualität stimmt einfach nicht mehr. Wenig vewunderlich. Vielen Dank für den Artikel.

      Beste Grüße
      Marc

    • Deine Facebook-Bekannte hat Recht, Lars. Dein Artikel könnte deine künftigen Arbeitgeber abschrecken. Auf Außenstehende wird der Text anderes wirken, als du beabsichtigt hast.

      Kritiker, selbst wenn sie die reinste Wahrheit schreiben, werden leicht in eine Schublade mit der Überschrift „Nestbeschmutzer“ gesteckt oder mit anderen wenig schmeichelhaften Beinamen bedacht. Davon kann ich dir ein Lied singen oder vielmehr eine Elegie…

      Möglicherweise wäre es besser gewesen, wenn du den Text nicht aus Ich-Perspektive geschrieben hättest, sondern etwas verallgemeinernd als Reportage ohne Bezug auf deine Rolle in der Geschichte.

  8. Sorry Marc, ich musste die beiden Buchstaben der Abkürzung leider mit einem Sternchen versehen. Ich möchte den Herren nicht die Möglichkeit geben, juristisch gegen mich vorzugehen.

  9. Hi,

    böse.. aber iss klar, was, du willst nicht sklaven hier, geh, es gibt genug andere dumme die sich beknien (bepi.. darf man ja nicht sagen*g*) dafür und sich extra umdrehen um dem Arbeitgeber einen Spass zu gönnen zusätzlich noch..
    Hauptsache so gut wie kostenlos .. und wenn man nicht mehr braucht, siehe Personalservice .. Und weeehe man reist die klappe nochmal auf.. biste im ganzen Netz verschrieen als Trublemaker.. aber das international.. und nochmal “hinterher gestopft ” Solange man in einer ansammlung von vielen menscen lebt, ist das individuum im vergleich zu allen anderen so viel wert wie die Gruppe/1 . Das heist, sehen wir das mal als Billigangestellten die dann u.U. aus dem ganzen Netz zusammengesammelt wird und das dann ungefähr 400 Leute sind, bist Du ein Eintel davon wert.. also nicht wirklich viel, daher.. Und dann noch bist Du unter Umständen nicht einmal im selben Gebäude, wo Du mal schnell in’s Büro vom Chef gehen kannst und Ihm einen Ar***tritt in den Allerwertesten geben kannst.. eventuell noch mit Schuhen die Spitz zulaufen und Metall verstärkt sind, also Wenn Du nichtmal im selben gebeude arbeitest, bist Du Unter Umständen Potenziell noch weniger wert, da der Chef weis, er muss dich nicht sehen, nur Du, Ihn, auf dem Bild als Dartscheibe die man voller Hass durchlöchert.
    Also von daher.. Dartscheibe nehmen, Fenster auf und vom Hochaus werfen, vielleicht trifft’s den richtigen… Den Account beim …. Exchef schnellstens löschen oder den BAFH schnell mal anrufen und Ihn fragen ob er da vielleicht ne Lösung hat, auflegen, Den Hut aufsetzen, Mantel überstreifen, in den List steigen und sich auf ein richtig Kühles Blondes freuen beim Alk-Dealer um die Ecke und sich ablenken lassen von anderen Lebensgeschichten, daß einem klar wird, man ist nicht der einzige in der Stadt, der so hohl war und sich wieder auf was einließ im Jahr mehr zu verdienen und sein leben bereichern zu können jedes Jahr zwei Wochen lang sich in nem warmeren Land ablenken zu lassen um dann wieder mit zu bekommen, dass man zum Schluss wieder in die selbe Sch***e wieder zurückkommen muss, da man sich ja hier was aufbauen will..
    Nur, vergisst man all zu leicht .. Wie viel der Staat einem zum guten Schluss wieder abnimmt, daß überhaupt die Demokratie rund läuft und die Diäten stimmen.. und so versucht man sich jeden Tag einfach nur zu behaupten als einzelner und riecht die Miste zum Schluss, in der man eigentlich steckt, nicht mehr, weil man ist ja mit Überleben beschäftigt..

    liebe Grüße
    Blacky

  10. Also, uns schreckt der Beitrag hier nicht ab. Solches Geschäftsgebaren ist es, was abschreckt.

  11. Darf man fragen, um welchen “Arbeitgeber” es sich handelt?

  12. Hallo Lars,

    hört sich übel an, was du da schilderst. Danke für den Linktipp!

  13. Oh, was ich alles über das Thema schreiben könnte… http://t.co/6tiLkqvUGo (via @gillypalma)

  14. So nicht! — Ehemalige Arbeitgeber und andere Katastrophen. http://t.co/LDJQmlOuke

  15. Annehmbare Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung und zivilisierte Umgangsformen in der Arbeitswelt gibt es normalerweise nur dort, wo sie erkämpft werden. Auf Dauer kann es sich kein Unternehmen leisten, mehr zu bieten, als unbedingt nötig.

    • Unsinn.

      In einer Firma in der ein offenes und ehrliches Betriebsklima gepflegt wird und sich alle Mitarbeiter wohlfühlen, ist so was ohne Probleme möglich.

      Quelle: Eigene Erfahrung ;)

      • Uneingeschränkte Zustimmung. Diese Firmen sind leider relativ selten, aber es gibt sie. Und in der Regel sind solche Firmen wesentlich schlagkräftiger, effizienter und erfolgreicher als der “verbissene” Rest.
        Quelle: Ebenfalls eigene Erfahrung. :)

  16. Hi Lars,

    das ist echt schade zu hören. Ich weiß wie lange du schon schreibst und das es deine Passion ist. Leider scheinen viele Firmen Qualität nicht zu schätzen. Vielleicht sollten wir doch versuchen paar gemeinsame Projekte zu rocken :D würde mich freuen.

    In Leipzig ist das mit dem Honorar-Dumping ähnlich. Wir haben eine Interessengemeinschaft gegründet und versuchen damit auf die Situation aufmerksam zu machen. Denn gespart wird immer zuerst bei den Freien – auch beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk (das ist ja das schlimme).

    http://www.ig-ff.de/2013/03/wir-machen-fernsehen-2/

    http://www.ig-ff.de/

    Naja, Kopf hoch, sei froh das du dort nicht festangestellt bist und keine andere Wahl hast ;D als für diese Leute zu arbeiten.

    Cheers, Thomas

  17. Hier – das lässt sich auf alle Freelancer-Arbeiten adaptieren:

  18. Hallo Lars,
    lass uns doch mal ne Flasche Sekt auf die Flache Sekte trinken…???!!!

  19. Wieso wird denn der Arbeitgeber nicht genannt?
    Angst nicht nochmal nen Job zu kriegen da? ;-)

  20. Nein. Aber Angst vor juristischen Konsequenzen. Überlege mal, das wäre Rufschädigung wenn ich das täte. Suchmaschinen sind dein Freund, manchmal zumindest…

  21. Hatte schnell eine Vermutung, Google gibt mir Recht, bitter.

    • Ja, es passt zu dem Eindruck, den ich als gelegentlicher Leser des Blogs hatte.
      Aber war es anders zu erwarten? Da verkauft einer seinen Blog an ein Unternehmen, das sich erhofft, allein vom Namen und Leumund zu profitieren. So läuft es doch immer, wenn Herzblut von wirtschaftlichen Absichten abgelöst wird.

  22. Pingback: Links anne Ruhr (21.03.2013) » Pottblog

  23. Dass es so schlimm in der Branche zugeht, hätte ich doch nicht wirklich gedacht. Allerdings wird meiner Erfahrung nach vollkommen idiotischer Weise permanent Personal ausgetauscht, statt eingearbeitetes Personal weiter an einem Thema dran zu lassen. So hatte ich bei einer TV-Redaktion öfter mit einem Redakteur Kontakt, der durch lange Gespräche mit mir gut mit der Materie “GEZ” umgehen konnte. Plötzlich seine Entlassung. Danach riefen mich neue Kollegen aus der Redaktion an, die jeweils wieder mit null Ahnung zu Werke gingen und mit denen ich dann aufklärende Gespräche führte, bis sie einigermaßen das Thema “GEZ” verstanden. Dann wurden die auch wieder entlassen und durch neue ersetzt. Wie blöd sind eigentlich solche Arbeitgeber??!!

    Ein Tipp hab ich aber noch: Du solltest ein Buch schreiben!. Mit einem Buch wird man ganz anders angesehen und auch besser bezahlt. Nachdem ich mein erstes Buch (“Das große Buch zu Autodesk Animator pro”) 1992 fertig hatte, bekam ich plötzlich Angebote, mit denen ich niemals gerechnet hatte. Davor unterrichtete ich EDV für lausige 30 DM pro Stunde und nach Erscheinen des Buches kam eine Firma auf mich zu, die mir 1.000 DM pro Tag bot. Mit meinen anderen Büchern habe ich ähnliches erlebt…

  24. Hab Arbeitgeber ergoogelt und die Seite aus meiner Lesezeichenliste gelöscht!

    Danke für den Artikel!

  25. > Einer meiner damaligen Kollegen hat später sogar seinen
    > Gmail-Account komplett aufgegeben und ist seitdem nur noch über
    > die Adresse des Unternehmens erreichbar. Die Nachteile liegen
    > auf der Hand: Es sind deren Server. Bei unverschlüsselten E-Mails
    > können diese auch Jahre später noch gelesen werden. Privatsphäre
    > ist in dieser Form nicht möglich.
    Ähm, das gilt bei Gmail (und sämtlichen anderen kostenlosen Anbietern) aber exakt genauso ;-)

  26. So, liebe mitlesende Journalisten und Schreiberlinge, ist nun mal die neue Geschäftswelt.

    Eine Geschäftswelt, die ihr selber fleißig unterstützt und herbei geschrieben habt. Immer wenn ihr gehorsam die Agenda 2010, die Erleichterungen bei Leiharbeit und Zeitverträgen im Namen der Zukunft der Republik und eurer Brötchengeber gehyped habt. Wenn ihr von der Dienstleistungsgesellschaft und der Ich-AG geschwärmt und den gewöhnlichen Arbeiter gedisst habt. Wenn ihre gegen Solidarität geschrieben und für Ellbogen geworben habt.

    So sitzt ihr nun hip bei einer Latte mit WLAN in der Kaffeebude und macht eure Projekte, wenn ihr den welche habt. Und propagiert weiter bei jeder Gelegenheit Neoliberalität, wo ihr doch so gerne selber ganz konservativ eine Festanstellung hättet – aber bloß nichts wo man richtig arbeiten muss.

  27. Sie bekommen wenigstens überhaupt noch etwas für ihre Arbeit.

    Insbesondere Reisebüros, kleinere Werbeagenturen und Reiseveranstalter erwarten von mir stattdessen, dass ich die Ergebnisse meiner Arbeit kostenlos zur Verfügung stelle. Insbesondere für meine Webseite http://www.heidelberg-photo.com kommen immer wieder Anfragen entsprechender Firmen, die ganz erstaunt sind, dass ich die Fotos nicht kostenlos zur Verfügung stellen möchte.

    Für die Fotos, die ich auf der Webseite eines Kunden veröffentlicht habe, kommen erst gar keine Anfragen, die werden für wohlgemerkt kommerzielle Webseiten gleich ohne zu fragen und natürlich ohne Nennung des Fotografen geklaut.

  28. Danke für den Hinweis. Ich les den besagten Blog zwar normalerweise ohnehin nicht, hab mir aber mal eine mentale Haftnotiz drangepappt, welches Niveau da so zu erwarten ist – einfach für den Fall, dass mir mal ein Link dahin unterkommt oder ich auf anderem Wege dahinstolpere.

    Btw war genau der Blog, den Tante Gugl letztlich ausspuckte, der erste Name, der mir beim Stichwort “Betreiberwechsel” in den Sinn kam. Eine Schande.

    Viel Erfolg beim Finden von Alternativen!

  29. das ist aber schade. loyale mitarbeiter bindet man anders.

    das sind doch die basics kaufmännischen denkens, eigentlich.

    .~.

  30. So ein Arbeitgeber gehört benannt – damit er die Konsequenzen zieht oder sein Blog untergeht. Ich habe ihn gefunden, auf dem Blog protestiert und versuche, nichts mehr von ihm zu lesen.

  31. Hallo,

    das ist wirklich ein starkes Stück. Mit etwas google-arbeit kann man auch die Seite finden, die mit hoher warscheinlichkeit gemeint war. Es war keine Seite die ich kannte, aber letztlich muss sich jeder selber ein Bild machen. Über die Firma dahionter hab ich allerdings schon mal einige.. nicht so tolle sachen gehört..

  32. Pingback: Linkentzug vom 22.3.2013 › Netzentzug.de

  33. Scheint’s haben die aber kalte Füße bekommen, denn Ihr Name steht – zumindest jetzt – jeweils unter dem Beitrag. Punktsieg würde ich sagen ;-)

  34. Dieser ehemalige Arbeitgeber ist bei mir schon damals, als die Tam-Tam-Übergabe stattfand, aus der Feedliste geflogen. War mir gleich klar, dass da nix gutes bei rumkommen konnte. Aber zugegeben, sehr werbewirksam war’s schon damals.

  35. Pingback: Wochenrückblick #35 » ÜberSee-Mädchen

  36. Pingback: Bloglotse #7 – Lesenswerte Blogs aus dem Web

  37. @Laura: Du kennst mich persönlich. Ich bin kein Nestbeschmutzer und auch niemand, mit dem man nicht auskommen kann. Anderenfalls wäre ich nicht seit 2006 bei gulli.com tätig. Wer mit niemandem auskommt, der kann ein und die gleiche Stelle nicht so lange halten.

    Wem Vorurteile oder erste Eindrücke wichtiger sind und sich selbst kein Urteil bilden will – okay, in dem Fall habe ich das Nachsehen. Das Risiko gehe ich ein. Der Blogbeitrag bleibt bestehen und er war wichtig, um die ganze Angelegenheit irgendwie zu verarbeiten.

    Das als sachlichen Beitrag zu verpacken?? Nein. Ich habe mich mit Bewertungen schon extrem zurückgehalten. Außerdem hätte er sonst nicht die vielen Leser erreicht.

  38. Pingback: Linktipps 22.3.2013 › Netzentzug.de

  39. Pingback: Wochenendlektüre - Von miesen Jobs und dem Vorteil zu Schreiben

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