WDR befragte mich zum Thema Filesharing

WDR Köln
Letzten Samstag war das Produktionsteam der WDR-Reportage „Die Entscheidung“ (Planet Schule) zu Gast. Die Sendereihe entsteht in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung. Moderatorin Nina Heinrichs (wellenreiter.tv) befragte mich zusammen mit zwei Schülern zum Thema Filesharing. In sechs bis neun Monaten wird die Sendung beim WDR und auf DVDs verfügbar sein. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis unserer Bemühungen.

Wie der Name schon sagt, soll diese Sendereihe des WDR Schülerinnen und Schüler bei den verschiedensten Fragestellungen unterstützen. Die Redakteurin Alexandra Kaschek hatte mich im Vorfeld informiert, worum es bei diesem Gespräch gehen soll. In dieser Folge dreht sich alles um die noch immer riskante Teilnahme an Internet-Tauschbörsen. Wer urheberrechtlich geschützte Werke mithilfe eines Filesharing-Programms herunterlädt, muss auch im Jahr 2014 mit teuren Abmahnungen rechnen.

Nina Heinrichs, die auch für 1LIVE arbeitet, wollte, dass ich ihr einen Masterplan präsentiere. Offenbar glaubte sie, man könne das seit vielen Jahren anhaltende Urheberrechtsdilemma mit wenigen Handgriffen beheben. Oder war es schlichtweg ihr Job als Journalistin, mich danach zu fragen? Auch gut möglich. Wenn ich die Lösung der Lösungen parat hätte, wäre ich wahrscheinlich schon längst auf den Malediven und hätte für den Rest meines Lebens ausgesorgt. Dem ist leider nicht so. Weder Musikstreaming-Dienste (Simfy, Deezer, Spotify, Juke & Co.) noch die Kulturflatrate oder die Finanzierung per Crowdfunding kann die Problematik schnell und einfach beheben.

Der Wert für Musik ist verloren gegangen

planet_schuleMeine Theorie dazu lautet, dass die heutigen Kids in Zeiten von YouTube, Facebook & Co. gar nicht mehr gewohnt sind, Geld für irgendwelche Dienste im Netz zu bezahlen. Ein Smartphone darf bis zu 600 Euro kosten. Würde man pro Monat lediglich fünf Euro Gebühren für Facebook erheben, dann wären die Server von Mark Zuckerberg schnell leergefegt. Bitte nicht vergessen: Kostenlos ist Facebook schon, umsonst aber nicht. Wir bezahlen damit, dass uns Werbung angezeigt und unser Nutzerverhalten und unsere Daten abgesaugt, ausgewertet und an Drittfirmen verkauft werden dürfen.

Wer wissen will, warum so wenig gekauft wird, muss sich Folgendes fragen: Warum sollte ein Jugendlicher 16 oder 17 Euro für ein neues Musik-Album ausgeben, wenn er sonst alles für lau haben kann? Ich beobachte es bei den Töchtern meiner Lebensgefährtin, dass es seit ein paar Jahren out ist, Musik zu kaufen. Sie rippen sich die Lieder mit einem Video-Konverter bei YouTube. Oder ihre Freundinnen oder Freunde bringen die MP3s frisch gerippt oder schwarzkopiert auf einem USB-Stick mit.

Was tun?

Die Musikwirtschaft müsste viel mehr als bisher versuchen, Jugendlichen den Wert von Musik vermitteln. Man müsste ihnen klarmachen, wie aufwendig die Komposition, Produktion und Vermarktung von Musikstücken ist. Wer seine eigenen Kunden abmahnt oder lediglich versucht, mit Lobbyisten auf Politiker einzuwirken, damit illegale Downloads noch härter bestraft werden, wird damit scheitern. Diese Strategie kann in meinen Augen nicht aufgehen. Noch ist es nicht zu spät – doch die Zeit drängt. Sollten die heutigen Jugendlichen in 20 Jahren noch immer so wenig für digitale Medien ausgeben, dann wird es für die Künstler echt bitter aussehen…

Bleibt zu hoffen, dass ich mit meiner Einschätzung daneben liege. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

planet_schule_filesharing
(v.r.n.l. Kameramann Gerhard Rosenthal, Nina Heinrichs und meine Wenigkeit umringt von zwei Schülern)

12 Gedanken zu „WDR befragte mich zum Thema Filesharing

  1. Musik wird tatsächlich nicht mehr viel gekauft. Ich selbst habe noch alle meine alten CDs, die ich im gerippten Zustand auf dem PC habe. Ich merke, dass mich die Lieder, die im Radio rauf und runter gespielt werden überhaupt nicht interessieren. Wenn doch, dann ist es meistens ein Soundtrack eines Spiels/Filmes.
    Meine Kinder mögen zwar das eine oder andere Lied im Radio, kommen aber gar nicht auf die Idee, daheim diese Lieder hören zu wollen. Das Autoradio genügt anscheinend, und zu Hause gibt es andere Dinge zu tun.

    Dann hört man wieder von welchen, die alles kaufen, was mit Justin Bieber zu tun hat. Wobei eher die Person als die Musik im Vordergrund steht. Da wird dann auch, aber längst nicht nur die Musik gekauft. Eine richtige Merchandisingmaschinerie ist das, aber das kann es als Geschäftsmodell der Musikbranche doch auch nicht sein, oder?

    Teilweise, so finde ich, ist die Musikindustrie aber selbst schuld, dass die Musik an Wert verloren hat. Durch die ganzen Casting-Superstars, die kurz darauf wieder in der Versenkung verschwinden (und ähnliche Tendenzen), hat die Branche die Musik zum Wegwerfprodukt degradiert. Immer mit dem „Verlangen der Märkte“ und dem aktuellen Geschäftsjahresabschluss im Hinterkopf, also immer schön schauen, dass man noch mehr Profit als im Vorjahr macht. So funktioniert das aber nicht auf Dauer, auch in bei anderen Wirtschaftszweigen.

    Das paradoxe: Obwohl die Musik keinen Wert für die Jugend hat, träumen doch viele immer noch davon, selbst Superstar zu werden.

    Aber dass nichts für digitale Güter ausgegeben wird, kann man nicht sagen. Apps werden zahlreich gekauft. Videospiele werden sehr viel digital gekauft, auf Steam oder den Konsolen-Stores. Und diese ganzen In-App-Käufe bzw. Ingame-Währungen, da geben manche Leute richtig viel aus. Daher bin ich bei Facebook unschlüssig. Es gibt sicher viele Leute, die können nicht mehr ohne, die würden gerne noch Geld dafür bezahlen.

  2. Schade ist halt, dass die Musikwirtschaft sich (verständlicherweise) auf die Produktion á la DSDS konzentriert. Es wird halt nur noch das vertrieben, was garantiert Aussicht auf Erfolg hat. Da die Umsätze der Musikbranche de facto in den letzten 10 Jahren um ca. 40 Prozent zurückgegangen sind, hat kaum noch jemand Lust oder Geld auf Experimente. Wie sollen neue Bands entstehen und eine Chance haben, wenn die Labels nur noch den Mainstream-Mist veröffentlichen wollen? Ich mag selbst im Radio nicht nur Justin Bieber, Madonna oder einen der anderen Superstars hören, Du? Auf meinen PC kommen deren Werke sowieso nicht drauf.

    Klar ist die Musikindustrie in großen Teilen selbst schuld an dem Dilemma. Die Entscheidungsträger bei den großen Labels haben das Internet lange Zeit nicht ernst genommen. Das ist ja auch der Grund, warum sie rechts von Amazon und links von Apple (iTunes) überholt wurden. Im Gegenteil: Sie können froh sein, dass überhaupt jemand effektiv ihre Musik als Download anbietet.

    1. Hallo Lars,
      Deine Bemühungen spielt der Contentmafia dankend zu. Warum schreibst Du nicht das auch Abmahnungen zurückgehen? Warum schreibst Du nicht, das die gute alte Vinylscheibe gerade ein Comeback erlebt und Verkaufszahlen erzielt, die niemand für möglich gehalten hat?
      Du hackst hier auf die Schwächsten rum, wie eben die Contentmafia- auf die Kids.
      Du behauptest: Ein Smartphone darf bis zu 600 Euro kosten. Würde man pro Monat lediglich fünf Euro Gebühren für Facebook erheben, dann wären die Server von Mark Zuckerberg schnell leergefegt.
      Woher nimmst Du diese Dreistigkeit? Sind es denn nicht eher die Eltern/ Erwachsene die den Kids nen Vogel zeigen wenn das Taschengeld für „soziale Netzwerke“ ausgeben wird? Sind wir es denn nicht, die den Kids jeden Tag aufs neue suggerieren- es geht noch billiger?
      Du fragst: Warum sollte ein Jugendlicher 16 oder 17 Euro für ein neues Musik-Album ausgeben, wenn er sonst alles für lau haben kann?
      Was bekommt denn ein Jugendlicher alles für lau? Schulbücher, Schulessen, Fahrt zur Schule, Vereinsmitgliedschaft,Ferienlager ecpp. Alles für lau?
      Ich kenne aber genug Kids die sich im Media Markt ihre Idole auf den Silberscheiben kaufen.
      Dein Fazit: Die Musikwirtschaft müsste viel mehr als bisher versuchen, Jugendlichen den Wert von Musik vermitteln. Man müsste ihnen klarmachen, wie aufwendig die Komposition, Produktion und Vermarktung von Musikstücken ist.
      Ich glaube, das wissen die Kids schon ganz gut.
      Wie war es eigentlich zu unserer Zeit? Wie viele Kassetten hast Du vom Radio gerippt? Wie oft haste mit Deinen Kumpels gesessen und Tonbänder überspielt? Wie oft hat zu dieser Zeit die Contentmafia gejammert das ihre Verkäufe zurückgehen.
      Solange sich die Labels jedes Jahr mit pompösen Events selbst feiert, kann es mit den Verkaufszahlen nicht so dramatisch aussehen.

      1. Dann müssten die Eltern ihren Kindern auch einen Vogel zeigen, wenn es um Ausgaben für moderne Technik wie Tablet-PCs, Notebooks oder Smarphones geht. Das Eine wird als selbstverständlich angesehen, das Andere nicht. Wahrscheinlich liegt es daran, weil Jugendliche Musik zunehmend digital erlegen und diese nicht greifbar ist. Wieso soll ich für etwas bezahlen, was ich nur hören aber nicht anfassen kann? Hast Du Kinder? Hast Du Erfahrungen dazu? Fährst Du zu Schulen, um Dich selbst zu informieren?

      2. Wer hackt denn hier auf den Kids rum? Aber sobald manche das Gefühl haben, dass da jemand mit der „Contentmafia“ „sympathisiert“, brennt wohl gleich die Sicherung durch.

        BTW: CD-Verkäufe machen immer noch den Löwenanteil beim Umsatz aus. Kam gestern bei 5 gegen Jauch, und ich habe es beim Zocken von Yoshi’s New Island gerade noch so mitbekommen.

  3. Vielleicht sollte man die Jugend auch anders sensibilisieren. Ein netter Trend verzeichnet sich ja auch bei Vinyl gerade ab. Man bekommt oft zusätzlich einen Download Link. Das Wertgefühl für gute Musik muss man aber dennoch steigern. Aber mal ehrlich. Wie soll man das heutzutage machen. Auch die Medien werden immer langweiliger.
    Bei Vinyl hatte man noch ein künstlerische gestaltetes Cover, oft sogar zum Aufklappen, mit der CD kamen dann grässliche, zerbrechliche Plastikhüllen mit einem lieblos zusammengetackertem Booklet. Da bleibt nicht viel ausser hässliches Platz verbrauchendes Plastik im Regal.
    Aber leider ist Vinyl teuer geworden und einen Plattenspieler mit Verstärker usw. hat auch kaum noch einer. Rechner und PC Boxen sind heutzutage Usus geworden. Die Technik verkümmert auch immer mehr. Das Medium der Musik ist leider MP3 geworden. Etwas was man sogar nicht mal mehr in der Hand halten kann. Warum auch für etwas bezahlen für etwas das man nicht in der Hand halten kann. Da läuft doch was schief…

  4. Zitat: @kersare: Ich glaube, das wissen die Kids schon ganz gut.

    Nein! Viele Dinge sind selbstverständlich, werden nicht geachtet, ist den Kids egal, weil man keinen Bock hat. Und ja, bei den Kids muss immer alles, gleich und das Beste sein, sonst ist man schnell “Opfer“ als Erzeuger.

    Ich persönlich glaube, man sollte -im Grundsatz- aufhören, erst einmal die Schuld bei anderen zu suchen, sondern vor seiner Türe zu kehren.

    Sicherlich hat man Vinyl gekauft, hat auf Mehrspurkassettenrecorder sich untereinander ausgetauscht, und als DDR’ler war man froh, wenn der andere Westverwandte hatte. Wobei -nur am Rande erwähnt- die Musi in der DDR auch nicht ganz so schlecht war.

    Sicherlich hat die Musikindustrie mit Aufkommen der CD einen erneuten Boom erfahren. Ist normal, alle wollten das, was auf Vinyl im Schrank war – auf Digital. Warum, sollte klar sein. Besser Haltbarkeit, bei gleich bleibender, sehr guten Klangqualität – ohne Knacksen und hüpfen. Und das Geschäft lief auf Hochtouren. Nur wie überall, wenn der Markt gesättigt ist- gehen die Verkaufszahlen zurück. Man kann an die Zeit Übergang “Vinyl – CD“ nicht anknüpfen.

    Sicherlich spielt aber jetzt eine Rolle mit, das CD-Brenner für jedermann erschwinglich wurden, sowie das Internet (speziell DSL) eine neue Ära einleitete, auf der zu spät reagiert wurde seitens der “Contentindustrie“. Auch heute noch will man nicht von der blöden CD/DVD loslassen und weint den Zahlen hinterher. Günstige aktuelle angepasste Geschäftsmodelle und Vertriebe – Online, findet man auch 2014 sehr schwer. Es gibt sehr viele, die ihr Geld zweimal umdrehen müssen und nicht wie die gewählten Volksvertreter ständig nach Erhöhung der Diäten rufen, den Hals nicht voll genug bekommen usw.

    Sicherlich entwickelte sich eine Generation von Filesharern, in der die Kids aufwuchsen und bekamen was sie begehrten; hören/sehen/spielen konnten, was man wollte und das für Lau.

    Sicherlich wurde die Verfolgung von UrhR-Verstößen jetzt, durch die digitale Spur machbar. Es wurde abgemahnt, als wenn es kein Morgen gäbe. Viele seriös, viele weniger. Auch wen wir immer überheblich lächeln, viele kleinere Produktionen oder Softwareschmieden mussten wegen Filesharing schließen. Ehe auf dem Markt, schon in der Tauschbörse. Man stand mit den Rücken an der Wand.

    Sicherlich gibt es aber auch eine Gesetzgebung und Rechtsprechung, die besagt, das das Herunterladen/Anbieten von UrhR-Werken – strafbar ist und abmahnbar.

    Sicherlich wurde und wird das Institut Abmahnung von Einzelnen missbraucht und bedarf das UrhRG eine neue digitale Reform, wo die Interessen der Urheber, aber auch der Verbraucher in den Mittelpunkt rücken.

    Sicherlich müssen aber im digitalen Zeitalter viel Begriffe und Ansichten sich einem Update unterziehen. Sicherlich auch bei der Begrifflichkeit wie(geistiges) Eigentum, Massenabmahnung, rechtsmissbräuchliche Abmahnung usw. Aber genau wie ein Umdenken, neue Erziehung von UrhR-Werten, angefangen vom Elternhaus über die Schule. Und hier sind alle gefragt.

    Sicherlich, sehr viel -sicherlich-, aber man kann eben Bände beschreiben, um nur alles halbwegs an zuschneiden. Wen man jetzt alles schüttelt und einen gemeinsamen goldenen (Mittel-)Weg bestreitet, wären allen geholfen.

    Aber sind -wir- Hardliner überhaupt daran interessiert? Nehmt doch einmal auch als Signal, das seit dem Inkrafttreten des Gesetzes gegen unseriöse Geschäftspraktiken (09.10.2013) die Musikindustrie keine neue Abmahnung versendet hat.

    Plus, toleriert einmal, dass jeder seine Meinung hat, und diese vertreten darf und kann.

    VG Steffen Heintsch (AW3P)

    1. >Plus, toleriert einmal, dass jeder seine Meinung hat, und diese vertreten darf und kann.

      Nur wenn es gegen die eigene Person geht,dann ist die Toleranz auch in Thüringen ganz plötzlich vorbei. Stimmts, Herr Heintsch?

  5. Zitat @Lars: Hast Du Kinder? Hast Du Erfahrungen dazu? Fährst Du zu Schulen, um Dich selbst zu informieren?

    Hallo Lars,
    ich bin mir fast sicher das die Eltern den Zeigefinger an die Stirn tippen. Viele von den Kids, die ich kenne, finanzieren sich das zum größten Teil alleine, in dem sie z.B. Zeitungen austragen.
    Auf Deine Frage ob ich Kinder habe bejahe ich dies. Und bevor ich Dir gestern antwortete, habe ich mich mit meiner 15jährigen unterhalten. Speziell wollte ich wissen ob für soz.- Netzwerke bezahlt werden würde und ob sie eine gewisse Vorstellung hat, wie hoch die Produktionskosten für einen Song sei. Um das Ergebnis nicht nur an meiner Tochter fest zu machen, habe ich darum gebeten diese Fragen mit ihren Freunden durchzugehen.
    Das Ergebnis hat mich dann doch überrascht:
    Befragte Personen 37 (wobei 32 Personen aus ihrer Klasse waren)
    12 sind bereit bis zu 3 Euro im Monat für soz.- Netzwerke zu investieren, 15 bis zu 5 Euro und der Rest sogar bis zu 8 Euro.
    Zu den Produktionskosten hat man sich zwischen 5 000 und 8 000 Euro geeinigt.
    Die Frage, ob ich in Schulen gehe und mich informiere oder Infos gebe kann ich zugegebener Maßen mit – zu wenig – beantworten, es sollte mehr sein.
    Nach zwei Abmahnungen aus einem Chartcontainer in 2009 bin ich in verschiedenen Foren unterwegs, unterhalte/ maile mit Anwälten und versuche, wenn es die Zeit zulässt, einigen Gerichtsverhandlungen beizuwohnen.

    Zitat @Steffen: Nein! Viele Dinge sind selbstverständlich, werden nicht geachtet, ist den Kids egal, weil man keinen Bock hat. Und ja, bei den Kids muss immer alles, gleich und das Beste sein, sonst ist man schnell “Opfer“ als Erzeuger.

    Dann kann es mit den Werten der „ Erzeuger“ auch nicht weit her sein.

    Zitat @Steffen: Ich persönlich glaube, man sollte -im Grundsatz- aufhören, erst einmal die Schuld bei anderen zu suchen, sondern vor seiner Türe zu kehren.

    Die Kids sollen kehren? Sollen sie die Möglichkeiten die ihnen Technik und Industrie bietet nicht nutzen?
    Sind es denn wirklich die Kids die Massenhaft filesharing betreiben? Guck in Deinem Forum, wie viele Minderjährige melden sich oder wie viele AI´s melden sich und vermuten das es ihre Sprösslinge gewesen sein könnten?
    Wenn Du aber uns Erwachse meinst, gebe ich Dir teilweise Recht. Niemand der, zuvor eine AM bekommen hat, informiert sich über die Rechtliche Seite und das UhrG.

    Zitat @Steffen: Auch heute noch will man nicht von der blöden CD/DVD loslassen und weint den Zahlen hinterher.

    Das jammern der Contentmafia bewegt sich auf einem sehr hohem Niveau.

    Eine Statistik zeigt die Kinobesucher in Deutschland von 2004 bis 2013, jeweils im ersten Halbjahr. Demnach bewegen sich die Besucherzahlen im Schnitt auf 60 Mio. Kinofans.
    Ich kann keinen signifikanten Rückgang erkennen.
    Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/163978/umfrage/kinobesucher-1-halbjahr-seit-2004/

    Bei Musikverkäufen/- Einnahmen wird es schon schwieriger konkrete Zahlen zu finden. Wer sich aber die Mühe macht und 1 und 1 zusammenzählt, wird feststellen das sich die GESAMTVERKÄUFE nicht, wie so oft von der Lobby behauptet, dramatisch in Richtung Süden bewegt. Was die Silberscheibe nicht erwirtschaftet wird vom Digitalmarkt fast aufgefangen.
    Die Onlineseite Audiophil hat erst am 6. März die CD- und LP Verkaufszahlen auf Grundlage des BVMI veröffentlicht und zusammengefasst.

    Zitat:
    Musik zum Anfassen bleibt gefragt
    Wichtigste Stütze des deutschen Musikmarktes ist der Verkauf physischer Produkte, die mit einem Umsatzvolumen von 1,124 Mrd. Euro trotz eines leichten Rückgangs um 1,5 Prozent mehr als Dreiviertel aller Musikumsätze in Deutschland generieren. Wichtigster Umsatztreiber bleibt die CD, die mit einem Minus von 1,3 Prozent den geringsten Umsatzrückgang seit 13 Jahren zu verbuchen hat und weiterhin mehr als eine Milliarde Euro in Deutschland einspielt.
    […]
    Downloads mit stabilem Ergebnis
    In 2013 legten die Einnahmen aus digitalen Geschäftsfeldern um 11,7 Prozent auf 328 Mio. Euro zu. Damit werden mittlerweile 22,6 Prozent aller in Deutschland generierten Musikumsätze digital erwirtschaftet. Ging die Anzahl der Downloadkäufer 2013 um ein Prozent leicht zurück auf 8,3 Millionen (BVMI/GfK Panel Services), zeigten sich die Downloadumsätze mit einem leichtem Wachstum von 0,8 Prozent insgesamt stabil.
    […]
    Streaming-Umsätze nahezu verdoppelt
    Das Musikstreaming gehörte zweifelsohne zu den Trendthemen des Musikjahres 2013, was sich nicht nur in der medialen Aufmerksamkeit, sondern auch auf Einnahmeseite widerspiegelt: So konnten die Umsätze aus bezahlten Streaming-Abonnements und werbefinanzierten Streaming-Services um insgesamt 91,2 Prozent auf 68 Mio. Euro gesteigert werden.

    Und natürlich muß Hr. Dr. Drücke betonen:

    Zitat:
    … Zum anderen sind aber auch die konsequente Rechtsdurchsetzung und Aufklärungsinitiativen wie die 2013 gelaunchte Initiative PLAYFAIR einzupreisen.

    Quelle: https://audiophil.de/deutscher-musikmarkt/

    Grundsätzlich halte ich aber Studien von der einen Seite wie auch von der Anderen nicht für 100%ig aussagefähig. Mmn liegt die Wahrheit in der Mitte.

    1. Zitat kersare: Dann kann es mit den Werten der “Erzeuger“ auch nicht weit her sein.

      Eine Diskussion sollte schon, insbesondere öffentlich, sachlich vorgehen. Mein erstes Posting stellt meine Meinung dar, welche ich von Kids (eigenen und Freund/Freundin) und Erzählungen von anderen Erzeugern vermittelt bekam, egal ob Bayern oder Thüringen. Diese decken sich halt nicht it deinen Erfahrungen, deshalb sind diejenigen nicht Assi (etwas übertrieben formuliert). Und das Hauptaugenmerk meines Postings bezog sich auch nicht im Grundsatz auf die Kids allein. Diese sind mit filesharenden “Erzeugern“ groß geworden und kennen die Werte nicht, wie hart man dafür arbeiten muss, oder schätzen sie nicht, weil sie es meist eben nicht von ihren eigenem Geld finanzieren, sondern von Muttis Taschengeld. Der Großteil hat doch gar keinen Bock etwas zu arbeiten, wenn dann viel Geld mit wenig Arbeit oder man studiert BWL oder Jura. Den Rest verbringt man mit simsen und Hotel Mama. Natürlich gibt es Ausnahmen.

      Ich finde es aber naiv, der Contentindustrie die alleinige Schuld in die Schuhe zu schieben, und sich selbst mit weißer Weste zu präsentieren. Es wird niemand gezwungen ein Filesharing-Programm zu installieren, einen Link anzuklicken, das File Herunterzu-aden/Anzubieten – egal ob es alle machen oder sogar der Polizist um die Ecke. Und ich kann mich als AI auch nicht hinter technischer Unkenntnis verstecken.

      Es pflanzt doch niemand Marihuana an, nur weil es woanders, z.B Uruguay, legitimiert wurde, weil es für entsprechende Krankheiten Schmerzlinderung bringt, bei was weiß ich denn beruhigt usw. bzw. Staat selber Schuld, war verbietest du es denn. Nein. Hier gibt es klare Gesetze sowie eine Rechtsprechung, die dann der Anbauer verletzt und haftbar ist, nicht der Staat oder sonst wer. Es gibt eben ein BtMG. Und wir versuchen doch dasselbe im UrhG. Alle sind schuld, außer derjenige, der es gesaugt hat oder es erlaubt hat.

      Ich kann nicht immer jammern und mit den Fingern auf andere zeigen. Und wenn ein CD 30,- EUR kostet, eine Kinobesuch 40,- EUR, ist das Herunterladen/Anbieten – strafbar nach § 106 UrhG und abmahnbar.

      Nur Filesharing-Abmahnungen machen doch in einem digital reformierten Urheberrecht nur ein Bruchteil aus. Wichtig sind sehr viele Fragen und Begriffsbestimmungen im Interesse des Urhebers (hier meine ich aber den Künstler) und den privaten Verbraucher. Und hier gibt es sehr viele kluge Köpfe, die in die richtige Richtung denken, nur nützt es nichts, wenn die Falschen falsches dann zum Gesetz erheben.

      VG Steffen

  6. So muss doch noch meinen Senf dazu geben, auch wenn ich mal wieder gegen den Echtzeit-Trend antrete und fast 2 Wochen später den Artikel gelesen habe.

    Gefühlt nimmt der Kauf v. CDs und vor allem Platten wieder zu. Zumindest in Bezug auf „echte“ Musik und unabhängig v. Charts/DSDS – Geblubber.

    Ich glaube sobald der geneigte Hörer das entspr. Kleingeld hat und Ihm die Musik auch entspr. Wichtig ist greift er gerne wieder zur CD/LP.

    lg

    🙂

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