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Cyber-Mobbing: An wen können sie die Opfer wenden?

Unter dem Begriff Cyber-Mobbing werden alle Handlungen zusammengefasst, bei denen Personen auf dem digitalen Weg belästigt, verfolgt und bloßgestellt werden. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist dies leider sehr häufig der Fall. Aktuelle Umfragen gehen davon aus, dass bereits etwa jeder fünfte Minderjährige schon einmal Opfer einer solchen Attacke wurde.

Cyber-Mobbing wird häufig per WhatsApp, Facebook oder SMS durchgeführt. An wen können sich Opfer wenden, die auf diese Weise angegriffen werden?

anonym Hilfe suchen

Eine anonyme Einzel-Online-Beratung gibt es beispielsweise bei der JugendNotMail. Darüber hinaus kann man sich per E-Mail oder telefonisch an die Mitarbeiter der Nummer Gegen Kummer wenden. Das Kinder- und Jugendtelefon ist unter der Rufnummer 116111 erreichbar. Eltern können die Mitarbeiter unter 0800 / 1110550 erreichen. Weitere Informationen sind hier verfügbar. Dort wird unter anderem vorgestellt, welche Daten im Fall eines Anrufes gespeichert werden.

Beratungsstellen der Polizei

Beim Bündnis gegen Cybermobbing gibt es eine Suchmaske für Beratungsstellen. Wenn man die eigene Postleitzahl eingibt, erhält man die Kontaktdaten der nächst gelegenen Beratungsstelle mit diesem Schwerpunkt.

Fachanwälte für Medienrecht

Bitte in einem solchen Fall keinen Feld-, Wald- oder Wiesenanwalt einschalten. Wer zivil- oder strafrechtliche Schritte einleiten will, sollte sich die Hilfe eines Fachanwalts für Medienrecht holen. Manche bezeichnen sich auch als Fachanwalt für IT Recht oder Internetrecht.

Seriöse Anwälte bieten vorab eine kostenlose Ersteinschätzung der Kosten an. Zwar können die meisten Täter identifiziert werden, womit Sie als Opfer die Kosten los wären. Allerdings sollte man trotzdem wissen, auf welches Kostenrisiko man sich einlässt. Hier klären wir, welche Rechte Sie grundsätzlich als Betroffener haben.

Cyber-Mobbing: weitere Infos

Die Webseiten KlickSafe oder beispielsweise Juuuport haben sich auf das Thema Cyber-Mobbing spezialisiert. Dort sind weitergehende Informationen verfügbar. Den Schweizer Leser empfehlen wir einen Besuch bei Pro Juventute, den Gästen aus Österreich die Webseite Saferinternat.at.

Gabriel

Sexting

Was ist eigentlich Sexting?

Dieses Thema wird seit einiger Zeit sowohl in den USA als auch bei uns in Europa diskutiert. Die moderne und immer preiswertere Technik macht es möglich: Immer mehr junge Menschen machen Nacktbilder von sich und teilen diese mit ihrem Partner oder sogar mit guten Freunden. Das Problem dabei: Nach der Verbreitung der Aufnahme geht manchmal die Kontrolle über das eigene Bildmaterial verloren. In dem Fall werden die Aufnahmen Wochen oder Monate später auf die Smartphones oder PCs ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler kopiert. Was ist eigentlich Sexting? Wie kommt es dazu? Wichtig: Was sollten die Eltern beim Sexting ihrer Kinder beachten?

Wenn die Sexualität Heranwachsender mit „Texting“ (Nachrichten bzw. Texte schreiben) zusammenkommt, spricht man vom Sexting. Immer mehr Minderjährige schicken der Partnerin beziehungsweise Partner eine Nacktaufnahme vom eigenen Körper. Diverse Jugendliche sehen dies als Vertrauensbeweis ihrer Partnerschaft an. Wenn die Beziehung zu einem (abrupten) Ende kommt, wird auch schon mal „schmutzige Wäsche“ gewaschen. Diejenigen, die die Nacktbilder von sich gemacht haben, (auch Sexter genannt), begeben sich spätestens jetzt in große Gefahr. Ihnen kann es jederzeit passieren, dass ihr Bildmaterial ungewollt verbreitet wird. In vielen Schulklassen herrscht diesbezüglich ein gewisser Gruppendruck. Wer sich komplett verweigert, gilt auch schon mal schnell als „out“.

Sexting mit Instagram, Snapchat, WhatsApp & Co.

In vielen Fällen wird dafür die App Snapchat eingesetzt. Warum? Der Betreiber verspricht den Nutzern, dass ihre Bilder und Videos wie gewünscht nach wenigen Sekunden vom Gerät entfernt werden. Das stimmt aber nicht ganz. Die Fotos können mit wenigen Handgriffen wieder hervorgeholt werden. Wieder andere verbreiten ihre Bildwerke per WhatsApp oder Instagram. Beim Online-Fotodienst Instagram kann das eigene Profil (oder einzelne Bilder) so eingestellt werden, dass nur die eigenen Freunde die hochgeladenen Inhalte sehen können. Im Januar 2015 berichteten allerdings diverse Medien von einer Sicherheitslücke, die dafür sorgte, dass private Fotos unter bestimmen Umständen plötzlich wieder öffentlich sichtbar waren.


Video: Pro Juventute Aufklärungskampagne zum Thema „Sexting“

Sexting: Jugendliche sollten gut informiert sein

Das Wohlbefinden und die eigene Psyche mit diesem fahrlässigen Verhalten zu gefährden, ist schlichtweg unnötig. Schicken sich Minderjährige dennoch gegenseitig Bilder oder Videos mit erotischem Inhalt, so ist dies zweifelsohne ihre private Angelegenheit. Es ist aber wichtig, dass sich alle Beteiligten im vollem Umfang über die Risiken im Klaren sind.

Eltern sollten ihren Kindern raten, unbedingt das eigene Gesicht abzudecken, damit sie nicht erkannt werden können. Außerdem sollte man dafür sorgen, dass man auch nicht aufgrund von einem abgebildeten Piercing oder Tattoo identifiziert werden kann. Wichtig: Vor dem Versand gründlich die Handynummer bzw. E-Mail-Adresse des Empfängers kontrollieren, an den man sextet.

Darüber hinaus sollte jedem bewusst sein, dass man gegen das ungewollte Auftauchen von Nacktfotos in der Öffentlichkeit juristisch vorgehen kann. Das muss sich niemand gefallen lassen! Wer derartige Fotos ohne Einwilligung verbreitet, verstößt gegen das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen. Der Verbreiter kann zivilrechtlich belangt werden. Nicht selten haben die Eltern der Opfer in ihrer Not einen Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Medienrecht eingeschaltet. Was der Anwalt gegen die Verletzung des Persönlichkeitsrechts seiner Mandanten so alles unternehmen kann, bitte ich diesem Video zu entnehmen:


Video: Lars Sobiraj und Rechtsanwalt Christian Solmecke über Sexting.

Besser als einen Anwalt einschalten zu müssen ist es, Minderjährige frühzeitig aufzuklären. Bei Ihnen in der Schule besteht Bedarf an Schulungen? Kontaktieren Sie mich bitte!

Bildquelle: Pro Juventute, thx!