Ingress

Ingress hilft enorm beim Abspecken

Mein Artikel gestern bei Netzpiloten & Golem war ein spontaner Schnellschuss. Manfred Krejcik war bis Montag Abend zu Besuch und hätte mich beinahe angesteckt. Das Augmented Reality Spiel Ingress stammt von einer Google-Tochter und ist derzeit leider nur auf Android-Geräten spielbar. Erst nächstes Jahr soll die offizielle App von Niantic Labs für alle iDevices erscheinen. Bis Anfang 2014 müssen sich alle Apple-Nutzer noch mindestens gedulden. Unklar ist auch, wie lange es bis zum Abschluss der Beta-Phase dauern wird. Einige Mitspieler mit Level 8 haben seit mehreren Wochen keine Ziele mehr, die sie erreichen können. Die ersten Gamer haben bereits aufgegeben.

Auf jeden Fall lernt man damit seine Umgebung kennen. Wir waren in Köln und Bergisch Gladbach unterwegs auf der Suche nach Portalen. Bei mir in Kürten war die Portaldichte eher mau, in Bergisch Gladbach sind aber schon jede Menge Portale vorhanden. Ganz Köln ist mehr oder weniger in der Hand des Widerstands, dort ist fast überall nur die blaue Farbe zu sehen.

Manfred Krejcik fing im Frühjahr dieses Jahres mit dem Spiel an, bei dem man sich bewegen muss. Seitdem hat er innerhalb Wiens über 100 Kilometer zurückgelegt und dabei mindestens ein Paar Turnschuhe vernichtet. Der gute Nebeneffekt dabei: durch die viele Bewegung speckt man ordentlich ab. Manfred verlor so ganz ohne nerviges Jogging oder ein kostenpflichtiges Fitness-Studio über 10 Kilogramm Gewicht. Manche Spieler setzen sich alternativ aufs Fahrrad, um schneller die nächsten Portale zu erreichen. Für das eigene Training dürfte aber der Fußmarsch am besten sein. Mit dem Auto wäre zwar alles erreichbar. Dann stellt sich in der Innenstadt aber die Frage, wo man parken soll. Außerdem ist es von den Machern nicht geplant, dass man dafür Benzin verschleudert.

Ingress soll aktivieren und beim Netzwerken helfen!

ingressDas Spiel des Entwicklers von Google Maps soll die Coach Potatoes aller Herren Länder aus ihren Stühlen locken. Zudem wird damit die Gemeinschaft gestärkt. In Wien und Köln gibt es bereits Treffen von Ingress-Spielern, die nebenbei noch ein wenig netzwerken. Da viele Neueinsteiger beruflich im IT-Bereich unterwegs sind, kommen so mitunter interessante Kontakte zustande, die sich für die Mitspieler auch in ihrem Job auszahlen.

Letzte Woche suchten wir hier in Sand (Bergisch Gladbach) die nächsten Portale auf. Ganz im Gegensatz zur virtuellen Welt mussten wir allerdings feststellen, dass es im echten Leben auch Zäune und Mauern gibt. So befinden sich mehrere Portale auf dem Gelände eines privaten Friedhofs. Man darf gerne darüber streiten, ob man Ingress-Spieler auf ein Friedhofsgelände locken sollte, um dort minutenlang mit ihren Smartphones zu verweilen. Mich zumindest würde es stören, wenn Fremde ohne erkennbaren Grund längere Zeit bleiben, die dort kein Grab aufsuchen wollen.

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