Online Kleinanzeigen: Woran erkenne ich betrügerische Angebote?

eBay Kleinanzeigen Logo online kleinanzeigenSchon bald beginnen in vielen Bundesländern die Sommerferien. Eine Reise in die Südsee für die ganze Familie zum halben Preis? Zu schön, um wahr zu sein. Wer im Internet nach privaten Kleinanzeigen Ausschau hält, sollte wachsam sein. Umso verführerischer die Angebote klingen, umso genauer muss man hinschauen. Schließlich geht es Ihnen und den Betrügern um viel Geld. Bei der Flut an Online Kleinanzeigen kommen die Anbieter (eBay, Kalaydo & Co.) nicht mehr mit der Kontrolle hinterher. An welchen Anzeichen kann ich betrügerische Angebote erkennen?

Vorsicht bei zu niedrigen Preisen!

Egal ob der Kauf eines neuen Autos, iPhones oder PCs ansteht: jeder möchte Geld sparen. Ergo lockt man seine Opfer am effektivsten mit viel zu niedrigen Preisen in die Falle, das wissen auch die Cyberkriminellen.

Bevor Sie sich in einem Internet-Auktionshaus umschauen, sollten Sie sich nach dem aktuellen Marktwert eines Produkts erkundigen. Ein gebrauchtes Samsung Galaxy S6 edge für 300 Euro? Das klingt auf den ersten Blick nach einem echten Schnäppchen. Das Problem ist nur, dass das Gerät nach vorheriger Überweisung des Kaufpreises wahrscheinlich nie bei Ihnen ankommen wird. Die 300 Euro sind weg, als Gegenleistung erhalten Sie vom Verkäufer lediglich ein leeres Versprechen, die bittere Erfahrung nicht zu vergessen. Wenn der Preis weit vom regulären Marktwert abweicht: Finger weg! Entweder das Gerät ist defekt, oder es kommt nie beim Käufer an. Gehen Sie lieber auf Nummer sicher und geben etwas mehr aus.

Schecks sind immer problematisch

Die uralte Regel besagt: Geld gegen Ware, Ware gegen Geld. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wenn Sie etwas verkaufen wollen, akzeptieren Sie keinen Scheck! Dieser kann ungedeckt sein. Wenn Sie das Gerät schon verschickt haben, gehen Sie möglicherweise leer aus.

Lieferungen nur ins Ausland?

Auffällig ist auch, wenn Lieferungen angeblich nur ins Ausland erfolgen können. Dort greift die deutsche Justiz nicht. Nicht wenige Anbieter, die das fordern, versuchen straffrei einen Betrug durchzuführen. Erhöhte Aufmerksamkeit ist zudem gefordert, wenn Ihnen der potentielle Käufer schon bei der ersten Kontaktaufnahme offenbart, dass er aus „Sicherheitsgründen“ diese oder jene Bezahl- oder Versandmethode bevorzugt. Das sollte Sie stutzig machen. Bei hochpreisigen Waren kommen Sie um eine persönliche Übergabe nicht herum, anderenfalls tragen Sie ein hohes Risiko.

Online Kleinanzeigen: auffällig viele Fehler?

Betrüger schalten ihre Anzeigen gerne zu Uhrzeiten, wo die Auktionshäuser nicht so gut personell besetzt sind. Sie tun dies in der Hoffnung, dass ihre Anzeigen nicht so schnell gelöscht werden. Nicht immer (aber häufig) enthalten sie rätselhafte Sonderzeichen und werden an besonders prominenten Orten platziert. Für die gute Position bei eBay Kleinanzeigen & Co., einen Rahmen oder eine farbliche Hinterlegung der Anzeige muss der Betrüger extra bezahlen. Doch die Ausgabe rechnet sich für die Betrüger. Kann er damit viele Personen aufs Glatteis führen, lohnt sich die Investition trotzdem. Viele Anzeigen von Betrügern enthalten zudem auffällig viele Tipp-, Rechtschreib- und Grammatikfehler. Das kann, es aber muss kein Indiz für einen möglichen Betrug sein.

Angebotsbeschreibung zu ungenau?

Seien Sie wachsam, wenn ein Händler viele gleichartige Produkte zum gleichen Preis in mehreren Anzeigen anbietet. Das Angebot wird gerne in der Hoffnung mehrfach platziert, um möglichst viel Umsatz damit zu generieren. Achten Sie unbedingt auch darauf, ob die Angebotsbeschreibungen zu ungenau sind. Wer gar kein Produkt verkauft, kann es auch nicht genauer beschreiben. Oder er macht sich erst gar nicht die Mühe, es zu versuchen. Schnäppchenjäger achten gemeinhin weniger auf Details, als auf den Preis der Ware – das wissen leider auch die Betrüger.

Überzahlung

Wenn potentielle Kaufinteressenten ohne erkennbaren Grund sehr viel mehr Geld als den tatsächlichen Wert anbieten, ist Vorsicht geboten. Manche Opfer haben nach Versand der Ware kein Geld gesehen oder sie erhielten einen Scheck, der sofort geplatzt ist.
Vorsicht auch bei zu hohen Überweisungen! Manche Betrüger nutzen ihre privaten Geschäftspartner zur Geldwäsche. Sie überweisen „aus Versehen“ deutlich zu viel und bitten um eine Rücküberweisung. Damit machen Sie sich unter Umständen sogar wegen Verstoßes gegen das Geldwäschegesetz strafbar.

Doch es gibt beim Thema Überzahlung noch mehr Möglichkeiten. So wird manchen Verkäufern ein Scheck geschickt, der viel zu hoch ist. Die Käufer bitten um einen Ausgleich des Differenzbetrags per Überweisung. Wenn dann der überhöhte Scheck platzt, gehen die Verkäufer gleich im dreifachen Sinn leer aus. Ihre Ware ist weg, der Scheck ist wertlos (weil geplatzt), und sie haben dem Betrüger auch noch zusätzliches Geld überwiesen.

lieber keine Pauschalurteile!

Selbst wenn bei Online Kleinanzeigen mehrere Punkte zutreffen, so ist dies noch kein Beweis für einen versuchten Betrug – bei Ihnen sollten aber alle Warnsirenen losheulen. Im Zweifelsfall sollte man lieber zu einem seriösen Verkäufer wechseln, selbst wenn die Ware dort etwas teurer ist.

Denken Sie bitte stets daran: Der Käuferschutz betrifft zwar eBay, aber nicht eBay Kleinanzeigen. Dort müssen Sie selbst auf Ihr Geld aufpassen…

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