eBay Kleinanzeigen: Tipps, die vor Missbrauch schützen

eBay Kleinanzeigen Logo

Online-Portale wie eBay Kleinanzeigen (ehemals Kijiji) funktionieren wie der Anzeigenteil einer Tageszeitung. Die Inserate sind dabei stets kostenlos und laufen oftmals auf unbestimmte Zeit. Das Angebot richtet sich hingegen an einen lokal begrenzten Raum, weil eine persönliche Warenübergabe bevorzugt wird. Bei vielen Portalen wird keine Registrierung vorausgesetzt. Auch bei eBay Kleinanzeigen werden keine persönlichen Daten zur Identifikation der Käufer oder Verkäufer abgefragt.

Immer wieder berichten Personen im Internet von scheinbar extrem günstigen Angeboten, die sie zum Kauf verlockt haben. Wenn die Ware bei der Handelsplattform auffällig günstig ist, dürfte etwas am Angebot faul sein. Das kann, das muss aber nicht immer stimmen. Ich habe hier ein paar Hinweise auf einen möglichen Betrug zusammengetragen, die jeden Käufer und Verkäufer vorsichtig stimmen sollten.

ebay Kleinanzeigen: Vorsicht bei extrem schlechtem Deutsch

Schlechtes Deutsch = Betrug? Derartige Aussagen sollte man natürlich nicht verallgemeinern. Trotzdem lohnt es sich, bei hochpreisigen Transaktionen immer erst das Gehirn einzuschalten. Bei fremdsprachigen Anfragen oder solchen in einem sehr schlechtem Deutsch, die nach Google Translate klingen, sollten Sie stets sehr misstrauisch sein. Bei einer Ware im Wert eines Euros wird sich hingegen kein Krimineller die Arbeit machen, den Käufer zu betrügen.

Achtung auch bei Kaufinteressenten, die ohne erkennbaren Grund eine höhere Bezahlung anbieten, als Sie in Ihrem Inserat angegeben haben. Dabei handelt es sich häufig um einen Betrugsversuch.

Telefonische Kontaktaufnahme keine Garantie

Egal ob privat oder gewerblich tätig. Auch als Verkäufer macht es Sinn, den Kunden telefonisch zu kontaktieren. Dabei können die persönlichen Daten abgeglichen werden. Außerdem erhalten Sie vom Kunden unmittelbar einen persönlichen Eindruck. Ein gutes Telefonat ist andererseits leider keine Garantie dafür, dass alles mit rechten Dingen zugeht.

 

Überzahlung zwecks Geldwäsche?

Zufall oder Absicht? Wurde bei der Überweisung aus Versehen das Komma an der falschen Stelle gesetzt? Gerne überweisen Geldwäscher eine zu hohe Summe in der berechtigten Hoffnung, dass sie die Differenz vom Händler zurückerstattet bekommen. Gerade bei größeren Summen ist Vorsicht geboten. Wer das Geld zurück überweist, macht sich sogar möglicherweise wegen des Verstoßes gegen das Geldwäschegesetz strafbar. Die so genannte Überzahlung ist eine häufig angewendete Methode der Geldwäsche.

 


Im Gespräch mit Rechtsanwalt Christian Solmecke über Betrügereien auf eBay-Kleinanzeigen

 

Bezahlung stets ein heikler Punkt

Wer Waren verkauft, sollte grundsätzlich keine Schecks akzeptieren. Im schlimmsten Fall ist die Ware unterwegs, der Scheck platzt aber, sofern Sie ihn einlösen wollen. Manche Betrüger verschicken sogar gefälschte Schecks. Leider ist es wenig hilfreich, sich einen Scan des Ausweises schicken zu lassen: auch dieser kann gefälscht sein.

Viele Kleinanzeigen-Portale warnen ebenfalls davor, Zahlungen per Ukash, Western Union, PaySafe, MoneyGram oder über Bargeld im Umschlag zu akzeptieren. Im Prinzip können Sie dabei nur verlieren. Diese Form der Bezahlung ist nur empfehlenswert, sofern Sie den Verkäufer schon länger persönlich kennen.

Schnell und einfach ist die Zahlung per PayPal oder eine Online-Überweisung. Erkundigen Sie sich unbedingt nach den Verkäuferschutzbedingungen von PayPal. Bei eBay Kleinanzeigen sind Sie als Verkäufer auf sich selbst gestellt. Dabei wird kein Verkäuferschutzprogramm oder Treuhandservice angeboten.

Ist das Geld wirklich eingegangen? Achtung: Wenn Sie per E-Mail eine PayPal-Zahlungsbestätigung oder die Bestätigung einer ausländischen Bank erhalten, prüfen Sie trotzdem umgehend den Geldeingang bei Ihrem PayPal- beziehungsweise Girokonto. Betrüger verschicken sehr gerne gefälschte Zahlungsnachweise.


Nur Bargeld lacht

Ware gegen Geld und Geld gegen Ware, so ist es für alle Beteiligten am sichersten. Jeder Versand vor Zahlungseingang ist mit einem gewissen Risiko verbunden. eBay selbst rät dazu, die Artikel stets versichert und niemals vor Geldeingang zu versenden.

 

Problem Versand

Der Versender, egal ob Power-Seller oder Privatverkäufer, kann dafür haftbar gemacht werden, dass seine Ware unversehrt beim Käufer ankommt. Allerdings gibt der private Verkäufer bei Übergabe der Ware an die Post oder Paketdienst die Haftung an den Käufer ab. Im Fall eines Verlustes des Paketes muss der Verkäufer beweisen, dass er die Ware wirklich verschickt hat. Bei einem unversichertem Versand durch Brief oder Päckchen lässt sich dies nur schwerlich nachweisen. Nachforschungsaufträge sind zudem nicht immer erfolgreich. Auch wenn Kosten dadurch entstehen: Besser ist ein Einschreiben (weil der schriftliche Nachweis automatisch erfolgt) oder der versicherte Versand.

 

Ware angeblich verloren gegangen?

Manche Käufer behaupten sogar, sie hätten das Päckchen oder Paket nie erhalten. Besonders dreiste Kunden verlangen ihr Geld zurück, obwohl der Verkäufer die Ware bereits verschickt hat. Ein versicherter Versand ist zwar teurer, dann bleiben Sie aber nicht auf dem ganzen Risiko sitzen. Außerdem können Sie online jederzeit nachvollziehen, wo sich das Paket gerade auf seinem Weg zum Kunden befindet.

ebay Kleinanzeigen ist natürlich nicht der einzige Anbieter im Web, hier wurden einige Alternativen dazu aufgelistet.

hoax

Hoax: Was ist das? Wie sollte ich darauf reagieren?

Ein Hoax ist ein Schabernack, Scherz oder auch eine Falschmeldung in Form einer Zeitungsente. Heutzutage werden solche Scherze oftmals per WhatsApp, Facebook, E-Mail oder via ICQ, Skype, Jabber etc. verbreitet. Diese Form der Verbreitung wird gerne gewählt, weil dabei im Gegensatz zur SMS oder einem Brief keine Kosten anfallen.

Der Absender macht sich dabei die Gutgläubigkeit der Empfänger zunutze. Wer die Mitteilung eines Freundes erhält, glaubt eher an dessen Inhalt, als wenn diese von einem Fremden verschickt wird. Oftmals wird man dazu aufgefordert, den Inhalt der Nachricht massenweise weiterzuverbreiten. (siehe auch: Was ist ein Kettenbrief?)

Beispiele für einen Hoax

Ein Beispiel für einen Hoax ist eine Rundmail bei WhatsApp, die vor einem Jahr massiv verbreitet wurde. Den WhatsApp-Nutzern wurde vorgegaukelt, die neuen Eigentümer des Dienstes würden sie löschen oder Gebühren erheben, sofern sie ihre Nachricht nicht an alle Kontakte weiterleiten würden. Ein wichtiges Element solcher Scherze ist Panikmache. Die Empfänger glauben, sie hätten nur kurze Zeit zur Verfügung, um ihren WhatsApp-Account vor dem Löschen zu bewahren. In einem anderen Fall wurde man aufgefordert, in kürzester Zeit angeblich gefährliche Dateien von Windows zu entfernen. Statt das Betriebssystem zu schützen, wurde es dadurch zerstört.

„Charity Hoaxes“

Weniger gefährlich sind die „Charity Hoaxes“. So wird man beispielsweise dazu aufgefordert, einem an Krebs oder einer anderen schwerwiegenden Krankheit leidendem Kind einen Brief oder eine E-Mail zu schreiben. Angeblich erhält die zuständige Klinik, die Stiftung oder der Verein eine finanzielle Zuwendung, wenn sich ausreichend viele Personen an der Aktion beteiligen. Natürlich war die Angelegenheit von vorne bis hinten aus der Luft gegriffen. Nach dem Eintreffen solcher Aufforderungen sollte man die Ruhe bewahren und erstmal nachdenken, ob die Story stimmen kann. Wer jemandem etwas spenden möchte, sollte dies auf direktem Wege tun. Fraglich ist zudem, ob wirklich alle Kranken so viel Post von Fremden erhalten wollen. Zumindest richten die „Charity Hoaxes“ keinen bleibenden Schaden an.

Profilbild bei WhatsApp: Kerzenbild mit Nebenwirkungen

Eine besonders bösartige Sonderform vom Charity Hoax tauchte letztes Jahr auf. Bei WhatsApp wurden im November 2014 unzählige Nutzer dazu aufgefordert, ihr Profilbild durch ein bestimmtes Foto mit Kerze zu ersetzen. Laut Aufruf sollte man dieses Foto für mindestens einen ganzen Tag stehen lassen, um ein Zeichen der Solidarität mit allen krebskranken Kindern zu setzen. Das Kerzenbild ist aber urheberrechtlich geschützt und führte zu mehreren Abmahnungen des Fotografen, dessen Werk ohne Erlaubnis verbreitet wurde. Obwohl die Angelegenheit in aller Ausführlichkeit durch die Presse ging, gelingen den Tätern solche Scherze leider immer wieder.

Wie soll man auf einen Hoax reagieren?

Bitte im ersten Schritt prüfen, ob der durch die Mitteilung ausgelöste Zeitdruck gerechtfertigt ist. Wer auch immer versucht Sie zu einer bestimmten Handlung zu drängen, verfolgt damit ein konkretes Ziel. Nach dem Empfang einer solchen Mitteilung am besten erstmal tief durchatmen und sich im Internet eingehend informieren.

Wo? Die TU Berlin hat eine umfangreiche wie nützlich Hoax-Liste erstellt, die man online einsehen kann.

Aktuelle Scherze findet man sicherlich im Web oder zumindest bei Google News. Auch das Verbraucherschutz-Portal Mimikama warnt tagtäglich vor neuen Falschmeldungen. Keine Sorge: Früher oder später wird sicher auch vor „Ihrem“ Hoax gewarnt.

Beitragsbild von Lofittm10, thx! (CC BY-SA 4.0)

handydetektoren mobilfunkmast störsender stille sms

Störsender, Nahbereichsscanner oder Handydetektoren erlaubt?

Egal ob Jung oder Alt: Wer sein Smartphone in der Hand hält, der konzentriert sich nur noch darauf. Immer wieder lesen und schreiben, so berichten es Pädagogen, Schüler im Unterricht via Facebook bzw. WhatsApp, surfen im Internet, filmen oder fotografieren ihre Mitschüler. Verständlicherweise sind für viele Lehrer Handys und Smartphones ein Dorn im Auge. Am liebsten würden sie die Geräte nicht nur verbieten, sondern auch mit technischen Mitteln überprüfen, ob sich jeder auf dem Schulgelände an das Handyverbot hält. Ist das eigentlich erlaubt?

Handydetektoren für die Hostentasche

Handydetektoren gibt es für etwa 300 bis 400 Euro auch in Hosentaschengröße. Ihre Bandbreitenerkennung ermöglicht es, die Handys entweder im Standby-Modus zu lokalisieren, oder aber während das Mobilfunkgerät Texte, Sprache oder Daten überträgt. Bei einem Radius von zirka 25 Metern müsste aber jeder Pädagoge seinen eigenen Cellphone Detector mitführen. Für den Betrieb dieser Überwachungstechnik gibt es keine rechtliche Grundlage. Rechtlich besonders problematisch wird es, sofern der „Mobilfunk-Finder“ die übertragenen Daten der Schülerinnen und Schüler abfangen oder ihren Standort ermitteln kann. Dann verstößt man aktiv gegen das Datenschutzgesetz.

Jammer

Sogenannte Jammer haben hingegen die Aufgabe, das Handynetz aktiv zu blockieren. Störsender verstoßen allerdings gegen die Vorschriften des Telekommunikationsgesetzes, weil die Nutzung von Frequenzen stets von der Bundesnetzagentur genehmigt werden muss. Der Einsatz eines Jammers kann in Schulen folglich Bußgelder nach sich ziehen.

Nahbereichsscanner

Verkauft werden auch Nahbereichsscanner, sogenannte Spider, die wie ein Metalldetektor bedient werden. Dafür muss das Gerät allerdings bis auf 10 Zentimeter herangeführt werden. Der Nahbereichsscanner soll die Smartphones laut der Broschüre des Anbieters sogar in einem ausgeschalteten Zustand erkennen. Nach Herstellerangaben schlägt der Spider sogar an, sofern der Akku aus dem Mobiltelefon entfernt wurde. Auch hierbei agieren die Lehrerinnen und Lehrer ohne rechtliche Grundlage.

Wer will, kann für die Anschaffung dieser Überwachungs-Technologie viel Geld ausgeben. Man sollte sich aber fragen, ob man als Pädagoge wirklich auf derartige Methoden zurückgreifen will.

Beitragsbild von Pixabay, thx!

Kettenbrief Smartphone

Erklärung: Was ist ein Kettenbrief?

Was ist eigentlich ein Kettenbrief? Kettenbriefe verbreiten sich über das Internet schneller als jede Infektionskrankheit. Leider sind nicht alle Kettenbriefe harmlos. Von falschen Hilferufen oder Geldversprechen bis zu politischen Mitteilungen ist alles möglich.

In der heutigen Zeit kann ein Kettenbrief eine Nachricht bei einem sozialen Netzwerk (Facebook), bei einem Instant Messsaging Dienst (WhatsApp), eine E-Mail oder ein gedruckter Brief sein. Wichtig ist dabei nicht das verwendete Medium für den Versand. Wichtig ist der Inhalt der Nachricht. Stets wird der Empfänger dazu aufgefordert, die empfangene Nachricht an möglichst viele eigene Kontakte zu verschicken. In manchen Kettenbriefen wird den Verbreitern ein zusätzlicher Nutzen angekündigt. In anderen Mitteilungen werden ihnen gedroht, falls sie nicht bei der Verbreitung des Briefes behilflich sein wollen.

Welchem Zweck dient ein Kettenbrief?

  • politische oder religiöse Texte, Schleichwerbung, Spendenaufrufe, Aufrufe zur Unterzeichnung einer E-Petition etc.
  • Spiele, die nur bei ständiger Kommunikation und Weiterverbreitung des Briefes funktionieren
  • Betrugsversuche mit dem Versprechen, viel Geld in kurzer Zeit zu verdienen oder etwas zu gewinnen
  • Belästigungen über ein gefälschtes Hilfegesuch, bei der eine E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder Anschrift angegeben wird

Manche Kettenbriefe sind nach dem Schneeballsystem aufgebaut. In diesen Briefen wird man aufgefordert, einen Geldbetrag an die erste Adresse zu schicken. Wie bei einer Pyramide soll sich angeblich der Einsatz vervielfachen. Wer irgendwann an der Spitze der Einnahmen steht, soll eines schönen Tages reich werden, wird einem versprochen. Wer aber ein „profitorientiertes Schneeballsystem“ anstößt, macht sich strafbar. Da dieses Versprechen nicht eingehalten wird, handelt es sich dabei schlichtweg um Betrug.

rechtliche Aspekte

Damit kommen wir zu den juristischen Aspekten. Laut dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ist es in Deutschland unter Strafandrohung verboten, andere Endverbraucher nach dem oben beschriebenen Schneeballsystem zu manchen Handlungen aufzufordern. Dabei geht es nicht nur um das Bewerben von Produkten oder Dienstleistungen, sondern auch um Kettenbriefe, wo den Empfängern Reichtum versprochen wird, sollten sie einen bestimmten Geldbetrag überweisen. Entscheidend ist dabei stets, ob ein geschäftliches Handeln vorliegt. Ansonsten liegt im Höchstfall eine Belästigung der Empfänger vor, sofern man es mit dem Versand der Briefe übertreibt.

Das Internet sorgt für mehr Kettenbriefe als je zuvor!

Heutzutage werden Kettenbriefe zumeist per E-Mail, über WhatsApp oder Facebook verschickt. Der Grund dafür ist simpel. Über das Internet lassen sich unzählige Kettenbriefe kostenlos verschicken. Auch die Anzahl der „Freunde“, die mit einem Klick erreicht werden können, ist sehr groß. Bei so vielen Empfängern ist die Chance ungleich größer, dass der Kettenbrief nicht allzu schnell ins Leere läuft.

Kettenbrief erhalten: was tun?

Wer derartige Nachrichten erhält, sollte sie einfach ignorieren. Teilen Sie den Absendern zudem mit, was Sie von ihrem Vorgehen halten. Ansonsten geht das Spiel mit den Kettenbriefen immer weiter.

Beitragsbild: SaferInternetAT, thx! (CC0 1.0)

Online Kleinanzeigen: Woran erkenne ich betrügerische Angebote?

eBay Kleinanzeigen Logo online kleinanzeigenSchon bald beginnen in vielen Bundesländern die Sommerferien. Eine Reise in die Südsee für die ganze Familie zum halben Preis? Zu schön, um wahr zu sein. Wer im Internet nach privaten Kleinanzeigen Ausschau hält, sollte wachsam sein. Umso verführerischer die Angebote klingen, umso genauer muss man hinschauen. Schließlich geht es Ihnen und den Betrügern um viel Geld. Bei der Flut an Online Kleinanzeigen kommen die Anbieter (eBay, Kalaydo & Co.) nicht mehr mit der Kontrolle hinterher. An welchen Anzeichen kann ich betrügerische Angebote erkennen?

Vorsicht bei zu niedrigen Preisen!

Egal ob der Kauf eines neuen Autos, iPhones oder PCs ansteht: jeder möchte Geld sparen. Ergo lockt man seine Opfer am effektivsten mit viel zu niedrigen Preisen in die Falle, das wissen auch die Cyberkriminellen.

Bevor Sie sich in einem Internet-Auktionshaus umschauen, sollten Sie sich nach dem aktuellen Marktwert eines Produkts erkundigen. Ein gebrauchtes Samsung Galaxy S6 edge für 300 Euro? Das klingt auf den ersten Blick nach einem echten Schnäppchen. Das Problem ist nur, dass das Gerät nach vorheriger Überweisung des Kaufpreises wahrscheinlich nie bei Ihnen ankommen wird. Die 300 Euro sind weg, als Gegenleistung erhalten Sie vom Verkäufer lediglich ein leeres Versprechen, die bittere Erfahrung nicht zu vergessen. Wenn der Preis weit vom regulären Marktwert abweicht: Finger weg! Entweder das Gerät ist defekt, oder es kommt nie beim Käufer an. Gehen Sie lieber auf Nummer sicher und geben etwas mehr aus.

Schecks sind immer problematisch

Die uralte Regel besagt: Geld gegen Ware, Ware gegen Geld. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wenn Sie etwas verkaufen wollen, akzeptieren Sie keinen Scheck! Dieser kann ungedeckt sein. Wenn Sie das Gerät schon verschickt haben, gehen Sie möglicherweise leer aus.

Lieferungen nur ins Ausland?

Auffällig ist auch, wenn Lieferungen angeblich nur ins Ausland erfolgen können. Dort greift die deutsche Justiz nicht. Nicht wenige Anbieter, die das fordern, versuchen straffrei einen Betrug durchzuführen. Erhöhte Aufmerksamkeit ist zudem gefordert, wenn Ihnen der potentielle Käufer schon bei der ersten Kontaktaufnahme offenbart, dass er aus „Sicherheitsgründen“ diese oder jene Bezahl- oder Versandmethode bevorzugt. Das sollte Sie stutzig machen. Bei hochpreisigen Waren kommen Sie um eine persönliche Übergabe nicht herum, anderenfalls tragen Sie ein hohes Risiko.

Online Kleinanzeigen: auffällig viele Fehler?

Betrüger schalten ihre Anzeigen gerne zu Uhrzeiten, wo die Auktionshäuser nicht so gut personell besetzt sind. Sie tun dies in der Hoffnung, dass ihre Anzeigen nicht so schnell gelöscht werden. Nicht immer (aber häufig) enthalten sie rätselhafte Sonderzeichen und werden an besonders prominenten Orten platziert. Für die gute Position bei eBay Kleinanzeigen & Co., einen Rahmen oder eine farbliche Hinterlegung der Anzeige muss der Betrüger extra bezahlen. Doch die Ausgabe rechnet sich für die Betrüger. Kann er damit viele Personen aufs Glatteis führen, lohnt sich die Investition trotzdem. Viele Anzeigen von Betrügern enthalten zudem auffällig viele Tipp-, Rechtschreib- und Grammatikfehler. Das kann, es aber muss kein Indiz für einen möglichen Betrug sein.

Angebotsbeschreibung zu ungenau?

Seien Sie wachsam, wenn ein Händler viele gleichartige Produkte zum gleichen Preis in mehreren Anzeigen anbietet. Das Angebot wird gerne in der Hoffnung mehrfach platziert, um möglichst viel Umsatz damit zu generieren. Achten Sie unbedingt auch darauf, ob die Angebotsbeschreibungen zu ungenau sind. Wer gar kein Produkt verkauft, kann es auch nicht genauer beschreiben. Oder er macht sich erst gar nicht die Mühe, es zu versuchen. Schnäppchenjäger achten gemeinhin weniger auf Details, als auf den Preis der Ware – das wissen leider auch die Betrüger.

Überzahlung

Wenn potentielle Kaufinteressenten ohne erkennbaren Grund sehr viel mehr Geld als den tatsächlichen Wert anbieten, ist Vorsicht geboten. Manche Opfer haben nach Versand der Ware kein Geld gesehen oder sie erhielten einen Scheck, der sofort geplatzt ist.
Vorsicht auch bei zu hohen Überweisungen! Manche Betrüger nutzen ihre privaten Geschäftspartner zur Geldwäsche. Sie überweisen „aus Versehen“ deutlich zu viel und bitten um eine Rücküberweisung. Damit machen Sie sich unter Umständen sogar wegen Verstoßes gegen das Geldwäschegesetz strafbar.

Doch es gibt beim Thema Überzahlung noch mehr Möglichkeiten. So wird manchen Verkäufern ein Scheck geschickt, der viel zu hoch ist. Die Käufer bitten um einen Ausgleich des Differenzbetrags per Überweisung. Wenn dann der überhöhte Scheck platzt, gehen die Verkäufer gleich im dreifachen Sinn leer aus. Ihre Ware ist weg, der Scheck ist wertlos (weil geplatzt), und sie haben dem Betrüger auch noch zusätzliches Geld überwiesen.

lieber keine Pauschalurteile!

Selbst wenn bei Online Kleinanzeigen mehrere Punkte zutreffen, so ist dies noch kein Beweis für einen versuchten Betrug – bei Ihnen sollten aber alle Warnsirenen losheulen. Im Zweifelsfall sollte man lieber zu einem seriösen Verkäufer wechseln, selbst wenn die Ware dort etwas teurer ist.

Denken Sie bitte stets daran: Der Käuferschutz betrifft zwar eBay, aber nicht eBay Kleinanzeigen. Dort müssen Sie selbst auf Ihr Geld aufpassen…

Sexting

Was ist eigentlich Sexting?

Dieses Thema wird seit einiger Zeit sowohl in den USA als auch bei uns in Europa diskutiert. Die moderne und immer preiswertere Technik macht es möglich: Immer mehr junge Menschen machen Nacktbilder von sich und teilen diese mit ihrem Partner oder sogar mit guten Freunden. Das Problem dabei: Nach der Verbreitung der Aufnahme geht manchmal die Kontrolle über das eigene Bildmaterial verloren. In dem Fall werden die Aufnahmen Wochen oder Monate später auf die Smartphones oder PCs ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler kopiert. Was ist eigentlich Sexting? Wie kommt es dazu? Wichtig: Was sollten die Eltern beim Sexting ihrer Kinder beachten?

Wenn die Sexualität Heranwachsender mit „Texting“ (Nachrichten bzw. Texte schreiben) zusammenkommt, spricht man vom Sexting. Immer mehr Minderjährige schicken der Partnerin beziehungsweise Partner eine Nacktaufnahme vom eigenen Körper. Diverse Jugendliche sehen dies als Vertrauensbeweis ihrer Partnerschaft an. Wenn die Beziehung zu einem (abrupten) Ende kommt, wird auch schon mal „schmutzige Wäsche“ gewaschen. Diejenigen, die die Nacktbilder von sich gemacht haben, (auch Sexter genannt), begeben sich spätestens jetzt in große Gefahr. Ihnen kann es jederzeit passieren, dass ihr Bildmaterial ungewollt verbreitet wird. In vielen Schulklassen herrscht diesbezüglich ein gewisser Gruppendruck. Wer sich komplett verweigert, gilt auch schon mal schnell als „out“.

Sexting mit Instagram, Snapchat, WhatsApp & Co.

In vielen Fällen wird dafür die App Snapchat eingesetzt. Warum? Der Betreiber verspricht den Nutzern, dass ihre Bilder und Videos wie gewünscht nach wenigen Sekunden vom Gerät entfernt werden. Das stimmt aber nicht ganz. Die Fotos können mit wenigen Handgriffen wieder hervorgeholt werden. Wieder andere verbreiten ihre Bildwerke per WhatsApp oder Instagram. Beim Online-Fotodienst Instagram kann das eigene Profil (oder einzelne Bilder) so eingestellt werden, dass nur die eigenen Freunde die hochgeladenen Inhalte sehen können. Im Januar 2015 berichteten allerdings diverse Medien von einer Sicherheitslücke, die dafür sorgte, dass private Fotos unter bestimmen Umständen plötzlich wieder öffentlich sichtbar waren.


Video: Pro Juventute Aufklärungskampagne zum Thema „Sexting“

Sexting: Jugendliche sollten gut informiert sein

Das Wohlbefinden und die eigene Psyche mit diesem fahrlässigen Verhalten zu gefährden, ist schlichtweg unnötig. Schicken sich Minderjährige dennoch gegenseitig Bilder oder Videos mit erotischem Inhalt, so ist dies zweifelsohne ihre private Angelegenheit. Es ist aber wichtig, dass sich alle Beteiligten im vollem Umfang über die Risiken im Klaren sind.

Eltern sollten ihren Kindern raten, unbedingt das eigene Gesicht abzudecken, damit sie nicht erkannt werden können. Außerdem sollte man dafür sorgen, dass man auch nicht aufgrund von einem abgebildeten Piercing oder Tattoo identifiziert werden kann. Wichtig: Vor dem Versand gründlich die Handynummer bzw. E-Mail-Adresse des Empfängers kontrollieren, an den man sextet.

Darüber hinaus sollte jedem bewusst sein, dass man gegen das ungewollte Auftauchen von Nacktfotos in der Öffentlichkeit juristisch vorgehen kann. Das muss sich niemand gefallen lassen! Wer derartige Fotos ohne Einwilligung verbreitet, verstößt gegen das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen. Der Verbreiter kann zivilrechtlich belangt werden. Nicht selten haben die Eltern der Opfer in ihrer Not einen Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Medienrecht eingeschaltet. Was der Anwalt gegen die Verletzung des Persönlichkeitsrechts seiner Mandanten so alles unternehmen kann, bitte ich diesem Video zu entnehmen:


Video: Lars Sobiraj und Rechtsanwalt Christian Solmecke über Sexting.

Besser als einen Anwalt einschalten zu müssen ist es, Minderjährige frühzeitig aufzuklären. Bei Ihnen in der Schule besteht Bedarf an Schulungen? Kontaktieren Sie mich bitte!

Bildquelle: Pro Juventute, thx!

WILA Bildungszentrum Bonn

Sicher surfen: Neuer Kurs im WILA Bildungszentrum

Am 8. Mai 2015 findet ab 15 Uhr im Bonner WILA Bildungszentrum ein Kurs für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger statt. Der Kurs wird den Teilnehmern ganz konkret dabei helfen, sich möglichst sicher im Internet zu bewegen. Zudem wird allen Zuhörern erläutert, wie man trotz der modernen Technik möglichst sparsam mit den eigenen Daten umgeht. Die Teilnahmegebühr beträgt 35 Euro.

Die moderne Technik umgibt uns, egal wo wir uns aufhalten oder bewegen. Waren es anfangs nur Computer, die Informationen über uns verraten haben, so kamen später internetfähige Smartphones und Spielkonsolen hinzu. Schon bald werden auch unsere PKWs, Kühlschränke, Fernsehgeräte und Armbanduhren unzählige personenbezogene bzw. anonyme Daten an ausländische Server übertragen. Muss das sein? Kann man denn gar nichts dagegen tun?

Fest steht: Der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Auch wenn man nicht jede Mode mitmacht, so schreitet die Technologie dennoch weiter voran. Sich der teils sehr nützlichen Geräte zu verweigern, wird auf Dauer nicht des Rätsels Lösung sein. Stattdessen müssen wir bewusster mit der Technik umgehen. Außerdem sollten zum Schutz unseres Bankkontos und unserer Privatsphäre einige Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, die ich Ihnen gerne beibringe.

Inhalt des Kurses

  • Welche Daten sind von mir verfügbar?
  • Wer sammelt eigentlich alles Informationen?
  • Wie kann ich mich vor Datenmissbrauch schützen?
  • Nutzen und Gefahren von Cookies
  • Webtracking: unsere Spuren im Netz. Mit welchen Mitteln werden wir belauscht?
  • Wie kann ich mich dagegen wehren?
  • Welche Angaben sollte ich überhaupt im Internet von mir machen?
  • Was sollte man bei der Nutzung von WhatsApp beachten?
  • Woran erkenne ich Phishing-E-Mails?
  • Wie kann ich verhindern, dass sich Kriminelle an meinem Girokonto oder Kreditkarte vergreifen?
  • Wie kann Schadsoftware auf meinen PC gelangen?
  • Woran erkenne ich eine Infektion mit Spyware, Trojanern oder Viren? Wie kann ich das künftig verhindern?
  • Und: Wie werde ich die lästigen Plagegeister wieder los?
  • Internet-Banking & Online-Shopping: Woran erkenne ich eine verschlüsselte Webseite?
  • Abzocke im Internet: Wie kann ich seriöse von unseriösen Webseiten unterscheiden?
  • Unter welchen Voraussetzungen ist ein im Internet geschlossener Vertrag gültig?
  • etc. pp.

Veranstaltungsort

Bildungszentrum des Wissenschaftsladen Bonn e.V., (kurz: WILA Bonn), Reuterstr. 157, 53113 Bonn.

 

Für den Kurs benötigen Sie:

  • keinerlei Vorkenntnisse!!!
  • bringen Sie von Zuhause das Notebook, Smartphone oder Ihren Tablet-PC mit
  • WLAN ist verfügbar.

Weitere Infos bzw. den Kurs buchen Sie hier.

Datenschutz: Verantwortung im Netz

Datenschutz
Vortrag am 25.3.2015 in Burscheid (bei Köln): Datenschutz: Verantwortung im Netz.

Am 25. März 2015 wurde der Vortrag „Datenschutz: Verantwortung im Netz“ in Burscheid veranstaltet. Wie üblich ging es darum, die Vor- und Nachteile des heutigen World Wide Web vorzustellen. In der Burscheider Sportklause waren letzten Mittwoch bis zu 15 interessierte Zuhörer aus allen Altersschichten versammelt. So auch mehrere Rentner, Vertreter meiner Generation (45+), 20-Jährige, als auch die fünfjährige Enkeltochter mit ihrem Opa.

Wer sammelt alles unsere Daten?

Am Anfang des Vortrages habe ich wie üblich vorgestellt, wer alles unsere Daten sammelt. Das fängt schon mit der Geburt an und geht aufgrund der Steuer-ID weit über unseren Tod hinaus. Wurden die Informationen früher auf Papier geschrieben und in Aktenordnern bzw. Stahlschränken gesammelt, so stehen allen Behörden heutzutage elektronische Mittel zur Verfügung, um die Informationen auf Festplatten oder anderen Speichermedien festzuhalten. Die in den Medien viel zitierte Cloud ist ja im Prinzip auch nichts anderes als eine Festplatte, auf die man über das Internet zugreifen kann.

„Ich gebe im Internet nichts an. Das reicht doch bestimmt, oder?“

Neben den Behörden werden unsere Daten vor allem von privaten Unternehmen gesammelt, ausgewertet und an Dritte verkauft. Die meisten großen Anbieter haben ihren Hauptsitz in den USA und versuchen somit nicht unter die Datenschutzrichtlinien der EU oder Deutschlands zu fallen. Das gilt natürlich auch für Apple, Facebook, Google, WhatsApp, YouNow und viele mehr. Ein Besucher führte an, er würde im Internet keinerlei private Angaben machen. Das würde doch als Vorsichtsmaßnahme reichen. Er glaubte, somit könne man sich von seinen Vorlieben oder seinem Konsumverhalten kein Bild machen. Wer sich diese beiden Artikel zum Thema Webtracking und Cookies durchliest, kann sich selbst vom Gegenteil überzeugen. Doch das ist noch nicht alles.

Ein Beispiel aus dem Vortrag: Was unsere Gruppen bei Facebook über uns verraten.

Personalchefs suchen im Web nach den Bewerbern

Personalchefs schauen sich zunehmend erst im Web um, bevor sie entscheiden, wen sie überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch einladen. Längst vergessene Jugendsünden können einem nach vielen Jahren bei wichtigen Personalentscheidungen im Wege stehen, sofern diese noch im Internet verfügbar sind. Leider erfahren wir bei einer Absage nicht, warum man uns nicht einstellen wollte. Dazu kommt: Wer Facebook nicht entsprechend konfiguriert hat, verrät dort all seine Vorlieben. Der Geschäftsführer kann dann in unserem Facebook-Profil wie in einem offenen Buch lesen. Welche Musik hören wir? Welche Partei wählen wir? Welche Filme haben wir uns angeschaut, welche Bücher gelesen? Welche sexuellen Neigungen haben wir? Auf welchen Veranstaltungen waren wir?

Verbraucherschutz: Seminare und Vorträge

Ich biete im Raum Köln und darüber hinaus Seminare an, damit nicht jeder alles von uns sehen kann. In erster Linie geht es darum, uns vor unangenehmen Konsequenzen zu schützen.  Wir verfolgen dabei strikt den Grundsatz: die besten Daten sind keine.

Für einen Workshop benötigen Sie:

  • keine Vorkenntnisse oder Technik.
  • Bei Vorträgen benötigen Sie nur einen Beamer.
  • Laptop, Lautsprecher und Zubehör bringe ich mit.
  • Veranstaltungsort: überall in Deutschland.

Was ist eigentlich Cybermobbing?

cybermobbing pro juventuteDer Begriff kommt ursprünglich aus der englischen Sprache. Das Verb „to mob“ bedeutet, dass man jemanden schikaniert, über ihn herfällt und die Person angreift. Konkret heißt das, dass beim Cybermobbing die Opfer belästigt und genötigt werden. Oft wird ihr Ruf mittels moderner Technik herabgesetzt. Das kann eine Bildmanipulation sein oder schlichtweg die Aussage, jemand sei hässlich, eine „Schlampe“ etc. Weitere für dieses Phänomen verwendete Begriffe sind Cyber-Bullying und E-Mobbing.

Facebook gilt bei vielen Kids als „uncool“

Bei meinen Befragungen in den Schulen zeigt sich immer wieder, dass derzeit nur noch etwa ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen bei Facebook aktiv sind. Bei WhatsApp sind sie hingegen fast alle angemeldet. Sie tragen ihr Smartphone tagtäglich mit sich herum und sind so 24 Stunden am Tag für Angriffe Dritter erreichbar. Das ist genau der Grund, warum Cybermobbing so sehr unter die Haut geht.

Jedes soziale Netzwerk ermöglicht es, sich unter einem falschen Namen oder anonym anzumelden. Dazu kommt: An der Tastatur verhalten sich Menschen automatisch anders, als wenn sie ihren Opfern begegnen würden.

Im September 2014 veröffentlichte der Branchenverband BITKOM eine Studie, wonach jeder siebte Jugendliche im Internet gemobbt wird. In absoluten Zahlen wären dies etwa eine Million Fälle. Befragt wurden Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 18 Jahren. Die Betroffenen mussten peinliche Fotos oder Beschimpfungen über sich ergehen lassen. Meistens waren es Klassenkameraden, lose Bekannte oder sogar enge Freunde, die über sie hergefallen sind.

Cybermobbing kann jeden treffen

Im nun folgenden Video werden von mir mehrere praktische Beispiele von Cybermobbing aufgezeigt. Der Kölner Anwalt Christian Solmecke ordnet die Rechtsvergehen juristisch ein und zeigt auf, mit welchen Mitteln sich Eltern im Extremfall gegen Cybermobbing wehren können.


Video: Cybermobbing – praktische Fälle, rechtliche Konsequenzen.

Bildquelle: Stopp Cyber-Mobbing Kampagne © Pro Juventute – (CC BY 2.0).

Medienkompetenz

Medienkompetenz: Wofür benutzen Kinder tagsüber ihr Smartphone?

Thema Medienkompetenz. Obwohl vielen Minderjährigen das Mitbringen von Handys und Smartphones in die Schule verboten ist, besagt eine Studie vom Meinungsforschungsinstitut Aris, dass die meisten nichts anderes tun. Der Branchenverband BITKOM hat die Erhebung in Auftrag gegeben. Darin wird untersucht, für welche Zwecke Jugendliche tagsüber ihr Mobiltelefon benutzen. Und natürlich auch, wie effektiv Verbote von Lehrern und Eltern sind.

Nomen est omen. Die Studie, die am 17. Februar 2015 veröffentlicht wurde, trägt den Titel: „Fast alle Schüler nehmen ihr Handy mit in die Schule„. Das hätte man kaum passender ausdrücken können.

Im Auftrag des Branchenverbands BITKOM wurden bundesweit 512 Schüler weiterführender Schulen im Alter von 14 bis 19 Jahren befragt. Für sie gehören Handys als auch Smartphones genauso in die Schultasche, wie ihr Pausenbrot, ihre Schulhefte oder die Bücher. Momentan sind die Geräte in vielen deutschen Schulen verboten. 66 Prozent der Befragten geben bei der Befragung an, dass ihnen die Nutzung während des Unterrichts untersagt ist. Manchen Pädagogen geht das aber noch nicht weit genug. In einigen Schulen dürfen Mobiltelefone überhaupt nicht mitgeführt werden. Sie sind auf dem gesamten Schulgelände verboten.

Zur Einordnung: Wer sich die Ergebnisse der Studie anschaut, sollte bedenken, wessen Interessen der Auftraggeber vertritt. Zu den BITKOM-Mitgliedern gehören auch Geräte-Hersteller, Anbieter von Software und IT-Dienstleistungen, sowie von Dienstleistungen im Bereich Telekommunikation und Internetdiensten. Von daher werden bei BITKOM die Auswirkungen der neuen Technik auf unsere Gesellschaft weniger kritisch als anderswo beleuchtet. Interessant und aufschlussreich ist die Studie dennoch.

Schüler und ihr Smartphone: Musikkonsum an erster Stelle

Die meisten Befragten (87 Prozent) geben an, dass sie mit ihrem Handy bzw. Smartphone zumeist Musik hören. Mit 74 Prozent fotografieren etwa drei Viertel der Schüler Tafelbilder ab. Mehr als die Hälfte der Befragten nutzt das eigene Smartphone, um während des Unterrichts online nach Informationen zu suchen, die zum Unterrichtsinhalt passen. Mit den internetfähigen Mobilfunktelefonen kann man im PC-Raum die DSL-Leitung der Schule entlasten. Wenn 10 oder mehr Schüler gleichzeitig surfen, geht eine normale DSL-Leitung in die Knie.

Doch die neue Technik beinhaltet auch Schattenseiten: So werden die Mobilfunkgeräte häufig dafür eingesetzt, um mit den Mitschülern zu chatten (70 Prozent). Die meisten Schüler werden dafür zumeist WhatsApp verwenden. Gerne werden auch in der Pause oder sogar während des Unterrichts Nachrichten der sozialen Netzwerke (Facebook, Snapchat etc.) gelesen und geschrieben (45 Prozent). Jeder Dritte (34 Prozent) schaut sich Videos bei YouTube, Vimeo & Co. an. Jeder Vierte (24 Prozent) spielt in den Pausen mit seinem Gerät. Die Versuchung trotz der Verbote oder sogar während des Unterrichts mal eben bei WhatsApp oder seinem Lieblingsspiel reinzuschauen, ist natürlich ständig gegeben. Die Dozenten können ihre Augen nicht überall haben.

Die herkömmliche Kommunikation ist dem hingen total out. Nur 20 Prozent der Befragten nutzen ihr Mobiltelefon auf dem Schulgelände, um damit zu telefonieren. Die Verbote im Klassenzimmer kommen trotzdem nicht von ungefähr. Jeder zehnte Schüler gibt zu, sein Mobiltelefon zum Schummeln einzusetzen, um die Note einer Klausur aufzupolieren.

Zwar fordert der Branchenverband BITKOM, man solle den Kindern mehr Medienkompetenz vermitteln. Allerdings wird nicht ausgeführt, wie die Lehrer oder Mitglieder der Elternvertretung dies im Detail bewerkstelligen sollen. Dazu kommt, dass es keine bundesweite Gesetzgebung gibt, Bildung ist bekanntlich Ländersache. Jedes Bundesland hat auch bezüglich der Vermittlung von Medienkompetenz seine eigenen Richtlinien. Die Vorgaben können auch schon mal schwanken, je nachdem, welche Partei auf Länderebene gerade die Mehrheit besitzt.

Eigentlich wäre es an erster Stelle die Aufgabe der Eltern, ihre Kinder fit für den Umgang mit der modernen Technik zu machen. Doch wie soll das gelingen, wo sich viele Mütter und Väter selbst nicht sonderlich gut im Web auskennen? Das Internet als auch die Technologie um uns herum unterliegt einem ständigen Wechsel, viele Eltern sind damit schlichtweg überfordert.


Video von LeFloid aus 2015: Seid nicht dumm auf YouNow! Lecker Mutanten & Totalüberwachung

 

Medienkompetenz: Erst den Kopf anschalten, dann erst ins Internet!

Die moderne Technik kann zweifelsohne den Schulalltag bereichern. Dafür müsste sie aber auch richtig eingesetzt werden. Der YouTube-Star Florian Mundt (LeFloid) bringt das Problem in einem seiner Videos gut auf den Punkt. Er hat auch gleich eine Lösung parat: “Machst Du erst Deinen Kopf an. Dann den Internetz.” Das mag etwas flapsig klingen, so ist es aber gar nicht gemeint. Soll heißen: Wer sich gut auskennt und auch über die Schattenseiten des Webs und der Geräte Bescheid weiß, kann die Vorzüge der modernen Technik nutzen. Das mag simpel klingen, das ist es aber nicht.

Aufgrund der Komplexität der Problematik ist es nicht verwunderlich, dass selbst die Mobilfunkanbieter und Hersteller von Smartphones keine knackigen Rezepte zur Verbesserung der Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler präsentieren können.

 

P.S.: Wer sich über das Thema Mediennutzung von Minderjährigen informieren möchte, dem sei hiermit die sehr ausführliche und informative Studie “Jung und vernetzt” ans Herz gelegt. Das PDF kann hier kostenlos betrachtet oder heruntergeladen werden.

Quelle Beitragsbild PikWizard.com, thx! (CC0 1.0)