Juristische Ansprüche: Was können Webseitenbetreiber dagegen tun?

Webseiten-Betreiber juristische Ansprüche Blog
Als Betreiber einer Webseite eine Klage oder Abmahnung erhalten? Unser „Erste-Hilfe-Kasten“ für den Ernstfall enthält alle juristischen Ansprüche der Gegenseite und alle Entgegnungen, die uns zur Verfügung stehen. Wohl dem, der als Betreiber einer Webseite auf diesen Alptraum gut vorbereitet ist.

Das ist das Horrorszenario eines jeden Bloggers oder Webseitenbetreibers, der glücklicherweise nur selten eintrifft – aber zumeist das Werbe-Budget eines ganzen Jahres aufzehrt. In vielen Fällen muss ein Fachanwalt für Medienrecht zur Abwehr von juristischen Ansprüchen engagiert werden. Und dann wird es abhängig vom Streitwert, den die Gegenseite zumeist so hoch wie möglich ansetzt, sehr teuer. Vom Streitwert ist nämlich die Höhe der Kostennote beider Anwälte abhängig, weswegen die Kanzleien dazu neigen, diesen Wert zu maximieren.

Der im Impressum vermerkte Betreiber der Webseite erhält bei juristischen Ansprüchen das Telefax eines Anwalts oder bei einem Eilverfahren sogar Post vom zuständigen Amtsgericht. Dann spielt es keine Rolle mehr, wie viel Mühe man sich im Vorfeld mit der Recherche eines Beitrages gemacht hat. Ist der gegnerische Jurist am Abzug, geht unser Blutdruck und Puls blitzartig in die Höhe.

Es kann immer wieder passieren, dass sich jemand durch die Berichterstattung in seinen Rechten beschnitten fühlt. Warum uns das drohen kann? Ganz einfach! Der Gesetzgeber möchte erwirken, dass niemand den Medien (dazu gehören auch Webseiten) hilflos ausgesetzt ist. Jeder soll dazu in die Lage sein, sich erfolgreich gegen eine unzulässige Berichterstattung und somit gegen eine Herabsetzung der Reputation eines Unternehmens oder den Ruf einer Privatperson zu wehren. Grundsätzlich bedürfen viele presserechtliche Fragen einer Abwägung der Pressefreiheit und/oder Meinungsfreiheit auf der einen und des Persönlichkeitsrechts auf der anderen Seite. Der gesetzliche Schutz der Persönlichkeit und die Freiheit der Presse kommen sich deswegen häufiger in die Quere. So können Veröffentlichungen privater Details einer prominenten Person erlaubt sein, sofern diese Informationen für die Öffentlichkeit von besonderem Interesse sind. Ob das der Fall ist, muss dann wieder gesondert geprüft werden.

Egal ob das Thema oder der Tonfall im Artikel kritisch war: Jeder Verfasser eines Beitrages sollte bei seiner Arbeit viel Sorgfalt aufwenden und möglichst nur das veröffentlichen, was sie oder er nach gründlicher Recherche beweisen kann. Wer das kann, muss sich bei Forderungen der gegnerischen Partei wenig Sorgen machen. Im Gegenteil: Die Klagefreudigkeit ist umso geringer, umso stichhaltiger die Beweise für die eigene Story sind. Wer die falschen Tatsachenbehauptungen von einem anderen Medium abschreibt, den trifft es natürlich trotzdem. Der Gegner wird nicht nur den Ursprung einer falschen Nachricht sondern alle Portale abmahnen, die diese veröffentlicht haben.

Nicht alle Abmahnungen sind gerechtfertigt!

abmahnung schnipp mannLeider sind rechtlich gesehen nicht alle Ansprüche gültig, mit denen man im Laufe der Zeit konfrontiert wird. Manchmal versuchen die Anwälte der Gegenseite einfach, auf gut Glück mithilfe einer Abmahnung Druck aufzubauen. Das gilt erst recht bei kleinen Anbietern, deren finanziellen Ressourcen sehr gering sind. Das ist auch der Grund, weswegen die Gegenseite vor dem Versand der Abmahnung gerne eine Auskunft bei einer Wirtschaftsauskunftei einholt, um vorab die Liquidität des Webseitenbetreibers zu klären. Wir berichteten bereits über dieses Vorgehen.

So wurde Tarnkappe.info im Oktober 2015 von einer Aachener Firma abgemahnt, obwohl wir nicht einmal deren Firmennamen im fraglichen Beitrag erwähnt haben. Nur aufgrund der Angabe von deren Bankverbindung bei der Sparkasse Aachen kann aber kein Leser erraten, wer da für welchen Sharehoster Gelder abgerechnet hat. Von daher war es uns gar nicht möglich, deren Ruf zu schädigen, weswegen wir die Abgabe der Unterlassungserklärung als auch die Zahlung der Kostennote von mehr als 1.500 Euro abgelehnt haben. Natürlich erst nach Prüfung einer eigens dafür beauftragten Medienkanzlei, die derartige Dienstleistungen natürlich nicht umsonst anbietet.

Das gleiche gilt auch bei Einstweiligen Verfügungen der Amtsgerichte. Die Richter prüfen den Inhalt der Ansprüche nicht inhaltlich. Das geschieht immer erst viel später, sofern das Verfahren in erster Instanz gerichtlich verhandelt wird. Knickt der Empfänger der Einstweiligen Verfügung ein, kommt es zu keiner juristischen Prüfung mehr, was ja auch so gewollt ist.

In einem anderen Fall schrieb uns ein Berliner Fachanwalt für Strafrecht an. Er wollte damit bewirken, dass der blonde Macher von PC Fritz komplett aus unserer Berichterstattung verschwindet. Sein Anwalt drohte uns eine Strafanzeige an, obwohl wir im Internet ein Foto auftreiben konnten, wo sich Herr O. gemeinsam mit dem mittlerweile verurteilten Firat C. präsentiert hat. Angedroht wurde zudem eine Strafanzeige wegen Verleumdung zuzüglich zu einer Unterlassungserklärung, die wir abgeben sollten. Wir haben den Nachnamen dann abgekürzt und später erfahren, dass diese Person in Deutschland gesucht wird und es deswegen nie zu einem Gerichtsverfahren gegen uns gekommen wäre. In dem Moment wäre der Mann mit den guten Beziehungen zur Ukraine sofort verhaftet worden. Der Chefredakteur der Berliner Tageszeitung hatte zuvor eigenhändig versucht, uns von einer zeitnahen Löschung der Artikel zu überzeugen, allerdings ohne Erfolg.

Unterlassungserklärung: die Kapitulation auf ganzer Linie

Wichtig: Wer eine Unterlassungserklärung unterschrieben zurückschickt, verzichtet selbst auf seine ganzen Rechte!! In dem Fall hat man freiwillig einen Vertrag mit der anderen Seite unterzeichnet. Der Inhalt dieses Vertrages kann nicht mehr außergerichtlich oder gerichtlich geklärt werden, dafür ist es dann schlichtweg zu spät. Davon ist stets abzuraten.

Welche Ansprüche gibt es bei einer Falschmeldung?

Abmahnung

Doch von welchen Ansprüchen kann man überhaupt betroffen sein? Wenn sich ein Anwalt an uns wendet, verlangt er entweder eine Gegendarstellung, eine Unterlassung, die Berichtigung des Artikels oder er stellt im Extremfall Geldforderungen. Diese Ansprüche können einzeln oder kombiniert beantragt werden. Um eine Waffengleichheit herzustellen, sollte jemand von der hauseigenen Rechtsabteilung oder ein beauftragter Fachjurist in Anspruch genommen werden. Vor allem kleinere Unternehmen verzichten gerne aus Kostengründen auf die Anstellung eines Juristen. Doch ohne Juristen können Laien mangels Fachwissens nicht überprüfen, ob die Forderungen der gegnerischen Partei berechtigt sind. Eile ist geboten, ansonsten droht ein Verstreichen der gesetzten Fristen. Oftmals droht die Gegenseite nach Ablauf der Frist mit dem Gang zum Gericht, dann wird es für uns noch teurer. Auch große Medienhäuser knicken häufig ein, weil sie lieber eine kleinere Korrektur vornehmen als unnötige Folgekosten zu riskieren. Dies habe ich selbst schon häufiger als freier Journalist erlebt, als die fraglichen Beiträge nach dem Empfang der Abmahnung reihenweise verändert oder sogar gelöscht wurden.

a) die Gegendarstellung

Gibt es berechtigte Zweifel an den Tatsachenbehauptungen des eigenen Artikels oder wir können diese nicht beweisen, kann der Abdruck einer Gegendarstellung eine mögliche Lösung darstellen, dies wird oftmals bei Printmedien so vereinbart. Dabei präsentiert der vom Artikel Geschädigte die Faktenlage in der Form, wie er sie für richtig hält. Der Gesetzgeber möchte damit erreichen, dass niemand von der Öffentlichkeitswirkung eines Artikels „überrollt“ wird. Die Zeitungen drucken derartige Gegendarstellungen gerne weiter hinten ab, um sie weniger auffällig zu platzieren. Andere Möglichkeiten stellen das Veröffentlichen eines formlosen Leserbriefes (der Gegenseite) oder eines Interviews dar. In jedem Fall sollte ein Jurist die Prüfung vornehmen, ob die vorgeschlagene Gegendarstellung den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Übrigens: Die Gegendarstellung, der Leserbrief oder das Interview dürfen die Länge des Artikels nicht wesentlich überschreiten, das wäre nicht zulässig.

b) die Unterlassung

abmahnungDabei fordert der Betroffene im Rahmen der strafbewehrten Unterlassungserklärung, dass das angeschriebene Medienunternehmen bzw. der Betreiber der Webseite sein Verhalten nicht wiederholt. Die wiederholte Veröffentlichung von Falschaussagen, beleidigenden Werturteilen, Videos oder Fotos soll damit in jedem Fall vermieden werden. Um dies sicherzustellen, wird eine Vertragsstrafe vereinbart, die bei jedem weiteren Verstoß gezahlt werden muss. Daneben gibt es auch den vorbeugenden Unterlassungsanspruch, um eine Erstveröffentlichung zu verhindern.

Als rechtliche Voraussetzung muss erfüllt sein, dass aufgrund von falschen Tatsachenbehauptungen der Betroffene in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt wurde. Das können neben beleidigenden Aussagen auch Details aus dem Privatleben einer Person oder nicht zur Veröffentlichung genehmigte Fotos oder Videos sein. Sollte sich der Betreiber des Blogs weigern, die Unterlassungserklärung abzugeben, wird vor Gericht geprüft, ob die Berichterstattung tatsächlich fehlerhaft war. Das muss der Kläger dann vor Gericht glaubhaft machen, warum und in welchem Umfang (beispielsweise wegen der Höhe von Schadenersatzforderungen) der eigene Ruf durch den fehlerhaften Bericht herabgesetzt wurde.

c) Berichtigung (konkret: Widerruf, Richtigstellung, Ergänzung)

Sollte der Artikel von vorne bis hinten unwahr sein, kann von der Redaktion verlangt werden, den Artikel mithilfe eines Widerrufs komplett zurückzuziehen. Zumeist wird die komplette Löschung des Beitrages verlangt. Oft wird auch eine Richtigstellung der falschen Aussagen oder eine Ergänzung bisher nicht erwähnter Tatsachen angestrengt. Das kann auch der Fall sein, sofern durch den Bericht ein falscher Eindruck vom Betroffenen vermittelt wird. Hierbei darf die geforderte Berichtigung oder Ergänzung den Umfang des ursprünglichen Artikels nicht um ein Vielfaches übersteigen. Wurde wirklich fehlerhaft berichtet, so sollte im Idealfall freiwillig und zeitnah eine Korrektur des Artikels vorgenommen werden. Dadurch erspart man sich unnötige Anwalts- und Gerichtskosten. Allerdings spielt hierbei die Platzierung des Artikels eine große Rolle. Sind Tatsachenbehauptungen im Kern wahr, werden Richter es zumeist ablehnen, dass Korrekturen kleinerer Ungenauigkeiten vorgenommen werden müssen.

Manchmal gerät man allerdings an Anwälte, die sogar nach erfolgter mehrfacher Korrektur versuchen, weitere Ansprüche zu stellen. Gerät man an einen „Spezialisten“, der versucht, einen zu weiteren Zugeständnissen zu drängen, so sollte man zum Ausgleich der Waffengewalt unbedingt einen eigenen Anwalt einschalten. Wenn dieser statt der Redaktion antwortet, werden oftmals alle Forderungen auf ein normales Maß zurückgefahren.

d) Geldzahlungsansprüche (Schadenersatz, Schmerzensgeld)

In besonders schweren Fällen werden sogar Geldzahlungsansprüche beantragt. Zumeist stellen Unternehmen derartige Forderungen, weil sie glauben, dass durch die unzulässige Berichterstattung ein Geschäftsschaden entstanden ist. Vor Gericht muss das klagende Unternehmen dann den durch den Artikel erlittenen Schaden beweisen. Die Forderung ist zudem nur gültig, sofern dem Autor des Artikels ein schuldhaftes Verhalten bewiesen werden kann, weil er gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen hat.

Privatpersonen können bei schweren Verletzungen ihrer Persönlichkeit oder Ehre Schmerzensgeld fordern, sofern kein anderer als ein finanzieller Ausgleich möglich ist. Dafür muss die Beleidigung oder sonstige Persönlichkeitsverletzung aber sehr weitreichend sein. Das gilt zum Beispiel bei Prominenten, deren Wert durch die Rufschädigung einen großen Schaden genommen hat und deren Auftragslage sich entsprechend verschlechtert.

abmahnung mann

Ausnahmen für juristische Ansprüche

Glücklicherweise muss dank des deutschen Presserechts nicht auf jede Forderung eingegangen werden. Alle Ansprüche gegenüber der Presse setzen nämlich voraus, dass es sich bei der strittigen Passage um keine Meinungsäußerung handelt. Ansprüche aufgrund der Veröffentlichung der Unwahrheit dürften gestellt werden. Die Veröffentlichung der eigenen Meinung muss hingegen nicht korrigiert oder widerrufen werden. Wenn ein Redakteur beispielsweise zum Urteil kommt, dass er ein bestimmtes Produkt für unzweckmäßig hält, so darf er dies auch in seinem Bericht zum Ausdruck bringen, dafür muss sich niemand entschuldigen.

Fazit: Zwar ist es unter dem Strich gut zu wissen, welche Rechte man als Autor oder Betreiber einer Webseite hat und welche Konsequenzen auf einen zukommen können. Doch spätestens wenn es nach einer gescheiterten Einigung ans Eingemachte geht, muss man sich die kompetente Hilfe eines Anwalts für Medienrecht holen. Es macht aufgrund der erheblichen Risiken keinen Sinn, sich ohne juristischen Beistand eigenhändig einen Pfad durch den Paragrafendschungel zu schlagen. Bei dem Versuch sind schon so manche vom Weg abgekommen und haben teuer bezahlt, obwohl sie dabei eigentlich nur ihre Geldbörse schonen wollten.

Quellen: Viele Informationen dieses Artikels stammen aus dem Buch „Journalisten-recht – Die wichtigsten Fragen aus dem redaktionellen Berufsalltag“ von Frank Fechner und Axel Wössner.

Impressumspflicht für Webseiten: Was muss drin stehen?

imprint impressum holz
Unser Gesetzgeber verlangt, dass jede in Deutschland betriebene Webseite ein vollständiges Impressum bereithalten muss, auf das unmittelbar zugegriffen werden kann. Doch was muss alles im Impressum drin stehen?

Sowohl der Rundfunkstaatsvertrag als auch das Telemediengesetz besagen, dass alle in Deutschland betriebenen Webseiten ein gültiges Impressum bereithalten müssen, das gilt übrigens auch für private Webseiten oder Blogs. Zwar war die Impressums-Pflicht ursprünglich nur für kommerziell gedachte Online-Angebote beschränkt, doch um Abmahnungen vorzubeugen, sollten auch Privatpersonen ein vollständiges Impressum vorhalten. Wer als Freiberufler (so z.B. als Seminarleiter, Webdesigner oder Autor) seinen Blog als Showroom seiner Arbeiten benutzt, gilt vor dem Gesetz sowieso nicht mehr als Privatperson …

Pflicht: separates Impressum bei eigenen Seiten auf Facebook & Co.

Wichtig: Unternehmen, Privatpersonen als auch Freiberufler müssen auch bei Twitter, Facebook, Google Plus, YouTube oder einem anderen sozialen Netzwerk ein separates Impressum vorhalten oder zumindest das Impressum des eigenen Blogs verlinken, sofern sie dort eine eigene Seite betreiben. 2013 erfolgte eine regelrechte Abmahnwelle aufgrund eines fehlenden Impressums bei Facebook. Es gab in der Vergangenheit auch mehrere Versuche, Wettbewerber wegen eines fehlenden Impressums bei Xing abzumahnen.

Datenschutzerklärungen

Wer auf der eigenen Webseite Produkte von Amazon bewirbt, muss dazu eine eigene Datenschutzerklärung einbauen, das gilt natürlich auch für andere Online-Shops, deren Widgets man einbindet. Die Anbieter halten aber für alle Nutzer fertige Datenschutzerklärungen bereit, die man nur per copy & paste einbinden muss.

Eigene Datenschutzerklärungen werden auch fällig, sofern man Plug-ins (z.B. zum Teilen von Beiträgen) von Twitter, Facebook, G+ oder von einem anderen sozialen Netzwerk implementiert hat. Nicht vergessen: Auch die Erhebung der Besucherdaten durch Google Analytics macht eine separate Datenschutzerklärung nötig! Wer darauf verzichtet, muss auf Dauer mit einer Abmahnung eines Wettbewerbers rechnen. Das muss nicht aber es kann halt passieren. Das gleiche gilt übrigens auch für die VG Wort, weil auch in diesem Fall nutzerbasierte Daten von Dritten gespeichert und ausgewertet werden.

Ladungsfähige Adresse entscheidend

Zunächst sollte man wissen, warum der Gesetzgeber überhaupt auf die vollständige Angabe aller Daten des Webseiten-Betreibers besteht. Alle Nutzer einer Website sollen mithilfe dieser Vorgabe mit möglichst wenig Aufwand in Erfahrung bringen können, wer für die dort angebotenen Inhalte wie Filme, Bilder, Texte, Links etc. verantwortlich ist – deswegen nennt sich diese Pflicht auch Anbieterkennzeichnungspflicht. Wichtig ist das Impressum vor allem für solche Besucher, die glauben, dass dort ihre Rechte verletzt werden. Sie brauchen eine ladungsfähige Anschrift, um sich notfalls gerichtlich an den/die Seitenbetreiber wenden zu können. Deswegen ist die Angabe eines anonymen Impressums inklusive Postfach (früher: Postlagerkarte) nicht erlaubt. Im Impressum muss die komplette Anschrift und der Name des Betreibers stehen.

Wichtig: Das Impressum muss zwingend auf der Hauptseite Eurer/Ihrer Website mit einem Klick erreichbar und als solches gekennzeichnet sein. Wer sich im deutschen Web umschaut, dem fällt sofort auf, dass man überall auf der Suche nach dem Impressum auf der Startseite fündig wird. Wer seine Website verschachtelt und somit einen direkten Zugriff auf die Kennzeichnung des Anbieters verhindert, riskiert unabhängig von der Richtigkeit der Angaben eine Abmahnung! Der Grund ist einfach. Niemand soll bei Verletzungen beispielsweise des Urheber- oder Persönlichkeitsrechts lange nach der Anschrift des Betreibers suchen müssen. Der Gesetzgeber möchte damit einen direkten Zugriff auf alle relevanten Informationen gewährleisten.

Das Impressum – was muss zwingend enthalten sein?

Bei sozialen Netzwerken kann man aus Platzgründen auf das Impressum seines Blogs oder der eigenen Website verlinken, das reicht völlig aus. In jedem Fall muss erkennbar sein, dass der Link zum Impressum führt. Die reine Angabe der URL ist hingegen nicht ausreichend. Bei Facebook ist die Infobox der beste Ort für den Link zum Impressum, weil diese auf jeder Seite sichtbar ist.

justitia MännchenIm Impressum muss auf jeden Fall enthalten sein: der Vor- und Nachname, die vollständige und korrekte Anschrift inklusive Straße, Postleitzahl und Ort. Eine elektronische und eine reguläre Kontaktmöglichkeit müssen dort zudem angeboten werden. Konkret kann das ein Kontaktfeld oder eine E-Mail-Adresse sein, zuzüglich zu mindestens einem erreichbaren Telefonanschluss. Wer seine Festnetznummer nicht preisgeben will, kann alternativ seine Handynummer im Impressum angeben. Wer sich bei der Angabe der E-Mail-Adresse vor Spam schützen will, sollte diese in Form einer Grafik einbinden. Achtung: Wer auf seiner Website die vollständige E-Mail-Adresse als Text angibt, wird schon kurze Zeit später zahlreiche unerwünschte Werbebotschaften erhalten. Es gibt unzählige Webcrawler, die nichts anderes tun als das Internet nach E-Mail-Adressen zu durchsuchen, damit die Spammer noch mehr Empfänger zur Verfügung haben.

Unternehmen müssen den Namen der Firma und ihren gesetzlichen oder rechtsgeschäftlichen Vertreter angeben. Dies kann beispielsweise der Vor- und Zuname des Geschäftsführers einer GmbH oder einer UG (haftungsbeschränkt) sein. Auch hier ist die Angabe einer erreichbaren Telefonnummer wichtig. Wer sich effektiv vor Abmahnungen schützen will, verzichtet hingegen auf die Angabe eines reinen Anrufbeantworters oder einer Faxnummer. Alle Unternehmen und Freiberufler müssen außerdem stets ihre Umsatzsteueridentifikationsnummer mit angeben.

Betreiber von News-Portalen oder Webseiten mit sonstigen regelmäßig erscheinenden journalistisch-redaktionell gestalteten Angeboten müssen zusätzlich einen Verantwortlichen der Inhalte samt Name und Anschrift benennen. Für freiberufliche Journalisten gilt diese Vorgabe nicht. Selbst wenn sie auf ihrer Website manche ihrer Artikel veröffentlichen, müssen sie die Anbieterkennzeichnung nicht doppelt vornehmen. Wer all diese Hinweise befolgt, ist auf der sicheren Seite.

Hilfe, geht das nicht einfacher?

Doch, geht es. Bei eRecht24 und anderen Seiten mit einem juristischen Schwerpunkt werden einem kostenlose Impressums-Generatoren angeboten. Anfangs müssen einige Fragen beantwortet werden, die für die Gestaltung des Impressums entscheidend sind. Am Ende spuckt der Generator das korrekte Impressum aus, welches man nur noch einbinden muss.
Darüber hinaus findet man als anschauliches Beispiel hier ein Musterimpressum.

Haftungsausschluss – sinnvoll oder nicht?

Die ganzen Disclaimer, die ursprünglich aus dem US-amerikanischen Recht stammen, klingen vielleicht alle ganz schlüssig und wurden früher sehr oft verwendet. Sie bewahren einen aber im Ernstfall nicht vor rechtlichen Problemen. Nur weil man die Haftung für verlinkte Webseiten etc. versucht hat auszuschließen, hilft einem das vor Gericht sehr wenig. Besonders sinnfrei erscheint die Warnung: „Der virtuelle Zutritt ist allen Juristen untersagt.“ Das wird keinem Betreiber helfen, wenn es doch einer tut. Einzig der Hinweis von Ratgeberseiten, dass ihre bereitgestellten Informationen möglicherweise nicht ganz aktuell, vollständig oder richtig sind, erscheint sinnvoll. Je gefährlicher die Folgen eines falschen oder zu alten Ratschlags sein könnten, desto näher am Ratschlag sollte dieser Hinweis stehen.

impressum zeitung imprint

Abmahnungen sind auch per E-Mail gültig!

Sich stumm wie ein Fisch zu stellen, sofern die Abmahnung zunächst nur per E-Mail eintrudelt, hilft einem gar nichts. Meistens verschicken die Kanzleien ihre Abmahnungen sowohl per Einschreiben als auch per E-Mail. Von daher wird auch das Einschreiben bald eintreffen. Die elektronische Kontaktaufnahme geschieht schneller und gibt den Empfängern etwas mehr Zeit, um darauf sinnvoll reagieren zu können.

Hilft eine UG (haftungsbeschränkt) gegen Abmahnungen?

Klare Antwort: nein! Die meisten Rechtsanwaltskanzleien verschicken diese nämlich gleich zweifach. Wer sich als Betreiber einer News-Webseite mit dieser Mini-GmbH vor Abmahnungen schützen will, wird schnell enttäuscht werden. Die zweite Abmahnung ergeht nämlich auch gegen den Autor des Artikels. Sofern der Autor einer der Geschäftsführer der UG ist, wird ihm dies wenig helfen. Erleidet das Unternehmen aufgrund einer Abmahnung oder eines gerichtlichen Verfahrens Schiffbruch, dann betrifft die Negativeintragung bei den Auskunfteien auch den/die Geschäftsführer.

Abmahnung: wenn die Auskunftei anruft

abmahnungOftmals erfolgt im Fall einer Abmahnung zeitgleich eine Anfrage einer Wirtschaftsauskunftei. Die Gegenseite will damit in Erfahrung bringen, ob der Abgemahnte eigentlich dazu in der Lage ist, die Kosten des (noch) außergerichtlichen Verfahrens zu tragen. Zudem dürfte die telefonische Kontaktaufnahme des Rechercheurs von Creditreform, Bürgel etc. beim Angerufenen für den entsprechenden Aufruhr sorgen. Damit wird der Abgemahnte natürlich zusätzlich eingeschüchtert, was mitunter absichtlich geschieht.

Bildquellen: MIH83, peggy_marco, Sophieja23 – CC0, thx!

Online-Werbung: Wie kann man mit Webseiten Geld verdienen?

2 Euro Münze

Thema Online-Werbung. Mit erfolgreichen Webseiten lässt sich durchaus Geld verdienen. Die Frage ist nur wie. Dieser Beitrag erläutert alle wichtigen Fremdwörter der Marketing-Profis und zeigt, wie die Vermarktung funktioniert. Last, but not least lassen wir unsere eigenen Erfahrungen in den Beitrag miteinfließen.

Wer sich umschaut, merkt sofort, dass das Internet voll mit Beiträgen ist, die viel sagen aber nichts erklären. Unzählige Buzzwords (Modewörter) der PR-Strategen werden dort verwendet. Dazu kommt: Jeder Vermarkter von Online-Werbung benutzt seine eigenen Begriffe für seine Dienstleistungen. Das macht es für Webseitenbetreiber nicht gerade einfacher, den Durchblick zu behalten, ganz im Gegenteil. Wir wollen mit diesem ausführlichen Artikel ein wenig Licht ins Dunkel bringen und berichten dabei von unseren eigenen Erfahrungen.

Online-Werbung ist und bleibt ein Taschengeld

Wer eine Webseite starten will um damit Geld zu verdienen, sollte diese Idee am besten gleich wieder vergessen. Das klappt nämlich nicht. Die Einkommenssituation der Betreiber hat sich in den letzten Jahren langsam aber kontinuierlich verschlechtert, für Online-Werbung wurde mittelfristig immer weniger bezahlt. Das Budget der werbenden Unternehmen landet bei den Vermarktern, die die Anzeigen bei den unterschiedlichsten Portalen platzieren. Kaum ein Hersteller kommt auf die Idee, auf einen Fachjournalisten oder Fachblogger zuzugehen, dessen Inhalte auf das eigene Produkt passen würden. Statt nach den richtigen Verbreitern und somit gezielt nach dem eigenen Fachpublikum zu suchen, verläuft die Verteilung der Banner zumeist nach dem Gießkannenprinzip. Alles andere würde viel zu Viel Zeit in Anspruch nehmen.

Wer eine Webseite betreibt, der weiß, wie viel Arbeit tagtäglich damit verbunden ist. Ein kleines Taschengeld ist trotzdem drin. Wir zeigen in diesem Artikel, wie das gelingen kann.

Fragen, die sich jeder Seitenbetreiber stellen muss

Die größte Herausforderung eines Betreibers ist es, für seine Seite ein Alleinstellungsmerkmal zu finden. Bestimmte Informationen gibt es im Idealfall nur dort und nirgendwo anders. Wer die 30. News-Seite zu Apple-Produkten betreibt, muss sich weder über geringe Zugriffszahlen noch über kleine Einnahmen wundern. Nur wer seinem Publikum ganz besondere Inhalte anbietet, dessen Webseite wird wiederkehrend besucht. Die meisten Nutzer kommen über die Suchmaschinen. Diese werden die Suchenden nur dann in Massen zu Ihrem Blog führen, sofern Sie etwas anbieten, was sonst nicht gibt.

Im zweiten Schritt sollte versucht werden, sich eine eigene Community aufzubauen. Wer sind die Menschen, die sich für meine Inhalte interessieren – was verbindet sie? Womit kann ich ihr Interesse erregen? Wie bringe ich sie dazu, sich aktiv mit Kommentaren oder Gastbeiträgen zu beteiligen? Wie kann ich die Zufallsbesucher und Leser dauerhaft an mein Portal binden? Sollte ich mein Themenfeld erweitern? Welche Themen würden dazu passen? Das sind alles Fragen, die sich ein Portalbetreiber in regelmäßigen Abständen immer wieder stellen sollte.

Im nächsten Schritt muss überlegt werden, welche Produkte oder Dienstleistungen zu meinem Portal passen. Ich persönlich betreibe seit April 2014 das Blog Tarnkappe.info. Zu unseren News und Interviews passen Anzeigen von VPN-Dienstleistern, anonymen Bezahldiensten, Verschlüsselungssoftware, Cloud-Lösungen und vieles mehr. Im Laufe der Zeit nehme ich mir immer wieder die Liste möglicher Kunden vor und versuche, neue Bereiche und neue mögliche Kunden zu finden, die bei uns Werbung schalten könnten. Danach muss man den inneren Schweinehund bezwingen und Kaltakquise betreiben. Sicher freut sich nicht jeder über einen telefonischen Kontaktversuch. Manchmal aber gelingt die Geschäftsanbahnung erst beim zweiten oder dritten Versuch, weil sich der Angerufene irgendwann an das eigene Portal erinnern kann. Dabei sollte man sich nicht zu schnell entmutigen lassen.

stilanzeigen

Quervermarktung als Erfolgsmodell

Selbstständige Journalisten, die daneben noch andere Dienstleistungen anbieten, nutzen ihre Blogs als Werbefläche in eigener Sache. Sie bieten dort Produkte oder Dienstleistungen an und müssen für die Banner kein Geld bezahlen.

Ein Thema anteasern, statt alles zu verschenken! Die Kunst ist es, die Aufmerksamkeit der Suchmaschinen zu erhalten und den Lesern immer nur einen Ausschnitt der Lösung ihres Problems zu zeigen. Wer die komplette Anleitung Schritt für Schritt haben will, kauft das E-Book, Buch oder bucht das Seminar des Autors. So handhabt es zum Beispiel der Kölner Schriftsteller und Seminarleiter Moritz Sauer, der zum Thema Webdesign zahlreiche Videos erstellt hat. Die meisten seiner Videoanleitungen sind dabei nur wenige Minuten lang. Lang genug damit die Zuschauer beurteilen können, ob die praktische Umsetzung gut erläutert wird. Und zu kurz um dadurch zum allwissenden WordPress-Meister zu werden. Wer wirklich alles zum Thema WordPress wissen möchte, greift auf sein Produkt (Buch) zurück – so zumindest lautet sein Plan.

Wichtig: Newsletter-Marketing!

Eine große Rolle bei der Verhandlung der Preise spielt auch die Anzahl von Newsletter-Abos. Umso mehr Personen die eigenen Newsletter regelmäßig zugestellt bekommen, umso mehr können Sie verlangen. Zum Beispiel bei Netzpiloten.de konnten innerhalb von 15 Jahren rund 400.000 Newsletter-Abonnenten zusammengetragen werden. Die Marketingabteilung hat zudem ein schickes PDF mit allen Mediendaten zusammengestellt, was man sich hier als Beispiel für die eigenen Mediendaten herunterladen sollte. Dort wird auch ausführlich erläutert, wer sich alles auf der eigenen Webseite herumtreibt und warum man dort werben sollte. Schaut man sich die vergleichsweise hohen Preise an, so spielen die Zugriffszahlen tatsächlich nur eine untergeordnete Rolle. Seit 1998 kann man sich dort aus erster Hand über digitale Trends informieren, die meisten Stammleser sind dementsprechend Journalisten, Digital Natives oder sogar Entscheider aus dem IT Bereich. Wer dort wirbt, dessen Banner oder Werbe-Artikel (Advertorials) werden mit einer recht hohen Wahrscheinlichkeit vom richtigen Publikum wahrgenommen. Bei Ihren Verhandlungen sollten Sie sich ähnliche Argumente zurechtlegen, warum ausgerechnet Ihr Blog ein ausgezeichneter Werbeplatz ist. Bereiten Sie sich lieber in Ruhe darauf vor, denn genau darauf wird man Sie bei telefonischen Verhandlungen ansprechen!

Natürlich ist die Erstellung von regelmäßigen Newslettern mit zusätzlicher Arbeit verbunden. Doch die Wirkung dieses Mediums sollte man nicht unterschätzen. Einerseits werden eigenhändig bestellte E-Mails von den Lesern als hilfreich und wenig lästig empfunden. Wer diese Newsletter haben wollte, wird sie wahrscheinlich auch lesen und nicht direkt löschen. Wenn Sie immer wieder informative Beiträge unterbringen, werden Ihre Newsletter auch gelesen und nicht abbestellt. Andererseits können Sie gezielt Werbung im eigenen Newsletter platzieren und dadurch den Umsatz steigern, wenn Ihr Kunde diesem kostenpflichtigen Schritt zustimmt.

Newsletter-Anbieter: bezahlen mit den Daten oder mit Geld per Flatrate oder Prepaid?

Der US-Anbieter MailChimp ist zwar eine Datenkrake sondergleichen, dafür kann man sich bei diesem Anbieter voll und ganz auf die Erstellung der Inhalte konzentrieren. Wer derartige Dienstleister nutzt, muss keinen Mailserver administrieren oder sonst etwas programmieren können. Bezahlt wird, wie üblich in den USA, mit der Einwilligung, die Daten von MailChimp auswerten zu lassen. Sie bezahlen also mit den Daten Ihrer Kunden, das sollte Ihnen vorher klar sein.

Es geht natürlich auch datensparsamer. Bei CleverReach können Sie den Versand Ihrer Newsletter per Prepaid käuflich erwerben. 1.000 E-Mails kosten dort 10 Euro, es fällt keine Einrichtungsgebühr an! Es gibt alternativ auch eine Newsletter-Flatrate für knapp 15 Euro monatlich. Dafür ist CleverReach keine Datenkrake und muss sich als deutscher Anbieter an die hiesigen Datenschutzgesetze halten, was man unbedingt als Vorteil herausstreichen sollte.

newsletter marketing pexels

Den eigenen Erfolg messen: Page Impressions vs. Unique Visitors

Zunächst müssen wir klären, welche Kennzahlen für Ihre Webseite wichtig sind. Wenn Sie mit dem Thema zu tun haben, sollten Sie alle Abkürzungen und Fachbegriffen der Werbewirtschaft verstehen. Da wäre die Anzahl der PI’s, die monatlich generiert werden. Das ist nichts anderes als die Anzahl der Seitenzugriffe (Page Impressions), die pro Monat auf Ihrem Webserver anfallen.

Ein gutes Online-Analysetool ist Similarweb aus Israel, das den Rang von Alexa schon vor längerer Zeit strittig gemacht hat. Sofern die Webmaster es erlaubt haben, können die Analyse-Tools auf die Daten von Google Analytics zugreifen. Sie schätzen aber auch sonst recht genau ein, wie viele PI’s pro Monat generiert wurden. Zudem kann man dort kostenlos sehen, woher die Besucher kamen, wohin sie gingen und wie viele Besucher über E-Mails, soziale Netzwerke oder die Suchmaschine von Google gekommen sind. Gleichzeitig werden bei Google Analytics & Co. neben den PIs auch die Unique Visitors gezählt. Die Besucher identifizieren sich über mehrere Wochen über ein auf ihrem Computer/Smartphone gespeichertes Cookie. Kehrt der gleiche Besucher zurück, kann dieser automatisch anhand des Cookies erkannt werden. Da jeder Besucher mehr als eine Seite aufruft, ist die Anzahl der PI’s immer sehr viel höher, als die der Seitenbesucher.

Wichtig für die Wertung Ihres Portals ist auch die Anzahl der RSS-Feed-Abonnenten und der Follower bei Google Plus, Facebook, Twitter oder bei anderen sozialen Netzwerken. Umso älter und erfolgreicher das Portal ist, umso mehr Fans und Follower können Sie im Regelfall für sich gewinnen. Last, but not least ist bei der Preisgestaltung wie bereits erwähnt auch die Menge der Newsletter-Abonnenten entscheidend. All diese Kennzahlen müssen in Ihren Mediendaten verfügbar sein. Wer bei den Verhandlungen erfolgreich argumentieren will, braucht dafür Belege, die sich die Werbepartner im Idealfall als PDF-Dokument herunterladen können.

Bringen am meisten: TKP-Kampagnen

Manche Begriffe fallen bei den Vermarktern immer wieder, deren Bedeutung man kennen sollte. So etwa der Tausend-Kontakt-Preis (TKP). Im Onlinebereich, beispielsweise bei Bannerwerbung, gilt eine Ad-Impression als Kontakt. Das heißt: Der TKP ist der Preis für die Anzeige von Online-Werbung in 1.000 Fällen. Haben aber 50% Ihrer Portalbesucher einen Werbeblocker aktiviert, müssen Sie zu den Seitenzugriffen jeweils 50% dazu zählen. Der Anteil der Banner-Verweigerer variiert von Thema zu Thema. Gerade bei Webseiten mit primär techniklastigen Themen ist der Anteil der Werbeblocker recht hoch. Das ist ärgerlich aber wohl nicht zu vermeiden. Bei 4 Euro pro TKP (der Preis ist recht niedrig angesetzt!) kommen sie bei täglich zweitausend Besuchern ohne Adblocker auf Dauer trotzdem auf eine ansehnliche Summe. Das Dumme ist nur: Die meisten Vermarkter bieten keine oder nur selten TKP-Kampagnen an. Außerdem sind diese stets zeitlich limitiert. Wurde die maximale Menge an Layern oder Bannern ausgeliefert oder der Zeitraum ist abgelaufen, werden die ausgelieferten Werbemittel automatisch deaktiviert. Dann verdienen Sie an dieser Kampagne natürlich nichts mehr.

online-werbung euro vermarktung blogs

Neuer Trend: regional begrenzte TKP-Kampagnen

Manche Anbieter (beispielsweise Blogfoster) bieten ab und zu TPK-Kampagnen an, die regional begrenzt sind. Wenn z.B. ein Berliner Fernheizungsanbieter oder ein Modehaus aus Niedersachsen ein Produkt bewerben will, dann werden deren Banner nur angezeigt, wenn auch die Webseitenbesucher aus dem gleichen Bundesland wie die Firma kommen. Bei allen anderen Besuchern bleiben die Werbeflächen einfach leer. Die Einnahmen sind entsprechend gering. Trotzdem lohnt es sich, diese Werbung zu schalten. Da bei den meisten Nutzern die Fläche leer bleiben würde, kann man diese einfach mit einem normalen Banner kombinieren. So wird die Werbung nur in wenigen Fällen doppelt angezeigt.

Gewinnspiele

marketing_schreibmaschine_kleinDie Bezahlung hängt alleine davon ab, wie viele Personen tatsächlich am Gewinnspiel teilnehmen. Ihnen sollte vorab klar sein: Wenn dabei niemand mitmacht, haben Sie die Werbung wochenlang umsonst geschaltet! Bezahlt werden z.B. 60 Cent pro neuem Teilnehmer, den Sie angeheuert haben. Dafür müssen die Werbung aber sehr viele Menschen gesehen und sich ein paar davon wirklich für das Thema interessiert haben. Eine Conversion Rate von wenigen Prozent sind in diesem Bereich normal. Wenn 3 von 100 Besuchern auf die Werbung geklickt haben, entspricht dies einer Conversion Rate von 3 Prozent. Allerdings wird davon wieder nur ein Bruchteil ihre E-Mail-Adresse für die Teilnahme am Gewinnspiel angeben. Von daher lohnen sich solche Programme nur, wenn Sie extrem viele Nutzer haben oder das Gewinnspiel extrem gut zum Content Ihrer Webseite passen sollte.

Auf Tarnkappe.info haben sich Gewinnspiele zumindest nicht durchsetzen können, sie haben so gut wie gar nichts eingebracht. Wir haben damit nicht einmal den Mindestumsatz für die Auszahlung des Vermarkters überschritten. Auch in dem Fall wird man für die angezeigten Banner nicht bezahlt, bis man die Auszahlungsgrenze (hoffentlich irgendwann) mal erreicht hat. Oder auch nicht.

Cost per Click (CPC) – Umsatz pro Mausklick

Daneben haben sich noch andere Kennzahlen durchgesetzt. Beim Cost Per Click (CPC) bezahlt der Werbetreibende nur jeweils, wenn jemand aktiv auf seine Werbebanner geklickt hat. Zwar werden dafür teilweise über 40 Cent pro CPC bezahlt, andererseits kriegen Sie ohne eine Aktion der Nutzer gar nichts. So lange die Surfer nicht auf die Online-Werbung reagieren, schalten Sie diese ohne jede Gegenleistung. Von daher ist es beim CPC extrem wichtig, dass die beworbenen Produkte ideal zu den Interessen der Besucher passen.

Der Vermarkter Blogfoster hat immer mehrere gute CPC-Kampagnen im Angebot, die man sich mal in Ruhe anschauen sollte. Die Banner muss man für die regelmäßigen Besucher alle paar Wochen austauschen, weil niemand mehr als einmal auf ein und denselben Banner klicken wird. Ist das Angebot bekannt, wird die Werbung ignoriert. Später wird sie nicht einmal mehr bewusst wahrgenommen.

cpl cost per lead

Cost per Lead (CPL)

Noch höher ist die Provision beim Cost Per Lead (CPL). Das könnte das Bestellen eines Newsletters, der Abschluss eines Vertrages oder z.B. der Testlaufzeit einer Dienstleistung sein, zu der man sich unter Angabe aller Daten anmelden muss. Die Unternehmen bezahlen hierbei zwar bis zu 10 Euro pro Erhalt der Kontaktdaten eines Kunden. Doch auch hier gehen die Webmaster leer aus, sollte niemand auf die Banner reagieren. Das Risiko bleibt also bei Ihnen, liebe Seitenbetreiber.

Tipp: Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht und das CPL mit einem Advertorial kombiniert. So konnte der Werbetreibende (in diesem Fall ein Anbieter für Usenet-Abos) einen Teil des Risikos auf mich abwälzen, was im Endeffekt nur fair war. Fast alle Online-Vermarkter haben CPL-Programme im Angebot, bei TradeTracker oder adklick ist das Angebot unglaublich groß. Da ist für jedes Thema etwas dabei. Die Frage ist nur, ob und wie viel dabei für Sie herauskommen wird. Ob es sich lohnt, werden Sie wohl ausprobieren müssen.

Affiliate-Marketing

Sehr beliebt auf dem Markt ist mittlerweile das so genannte Affiliate-Marketing. Die Werbetreibenden bzw. Vermarkter können so nämlich das komplette Risiko auf uns Webseitenbetreiber abwälzen. Wir kriegen nämlich nur dann eine Provision ausgezahlt, sofern unsere Besucher dort im Shop etwas kaufen. Für die Anzeige der Banner gibt es nichts, für das Klicken auf die Werbefläche auch nichts. Trotzdem kann auf Dauer z.B. bei einer Provision von 5% eine interessante Auszahlung zusammenkommen.

Wer beim Affiliate-Marketing erfolgreich sein will, sollte das Produkt/Hersteller in einem oder mehreren Artikeln bewerben. Das könnte zwar die Umsatzzahlen nach oben schrauben, dafür haben Sie allerdings ohne jede Gegenleistung Advertorials veröffentlicht, die Sie auch noch eigenhändig formulieren müssen. Man sollte sich stets gut überlegen, ob man dieses Risiko eingehen will. Doch Vorsicht: Ist das angepriesene Produkt nicht halb so gut wie beschrieben, fällt das auf Sie zurück. Dann schwindet als Autor des Artikels Ihre Glaubwürdigkeit. Außerdem mögen die Leser selbst dann keine Werbeartikel, wenn man sie als solche kennzeichnet. Werden in zu kurzen Abständen Werbeartikel (Advertorials/Sponsored Posts) veröffentlicht, springen die RSS-Abonnenten oder Facebook-Fans schnell wieder ab.

Bedenken Sie bitte auch, dass der Ruf eines Werbepartners stets mit Ihnen verknüpft wird. Wenn Sie für wenig anspruchsvolle Produkte werben oder die beworbenen Unternehmen in Verruf geraten, bringt das schlechte Stimmung und wird sich negativ auf Ihre Zugriffszahlen auswirken. Jede Werbepartnerschaft sollte gut überdacht werden, damit Sie keine unnötigen Risiken eingehen. Unzählige Affiliate-Programme für alle Themenbereiche bieten fast alle Vermarkter an.

ihre kampagne stilanzeigen

Auswahlkriterien des Werbepartners: Mindestumsatz, Auszahlungsdauer, Zahlungsausfälle

Wichtig: Achten Sie vor dem Schalten jeglicher Online-Werbung auf jeden Fall darauf, dass nicht nur die Konditionen stimmen. Wichtig ist auch, welcher Mindestumsatz zwingend für eine Auszahlung erreicht werden muss. Manche Werbepartner zahlen nicht nur wenig für die angezeigte Werbung, sie sind erst dann zu einer Auszahlung bereit, wenn Sie eine gewisse Summe erreicht haben. Bei 50 Euro aufwärts warten Sie als Betreiber einer kleinen Seite ewig auf die erste Überweisung. Wenn es nicht passt, lieber sein lassen! Auch sollte man unbedingt nach ein und nach zwei Wochen prüfen, wie die Kampagnen bisher gelaufen sind. Konnte nach vierzehn Tagen kein Interesse an einem Mausklick, einer Testphase oder dem Kauf eines Produktes erzeugt werden, dann sollte man die Partnerschaft gründlich überdenken. Wer weiß: Vielleicht haben die Banner doch nicht so gut zu den eigenen Inhalten gepasst. Oft findet man das erst bei einem Test heraus. Wer ohne Umsatz wirbt, verschenkt seinen Werbeplatz. Doch wer hat schon etwas zu verschenken? Erst recht bei einer so zeitaufwändigen Tätigkeit wie dem Betrieb einer Webseite?

Wichtig ist auch die so genannte Auszahlungsdauer. Das bedeutet: Wie lange dauert es nach Erreichen des Mindestumsatzes bis zur Gutschrift auf dem eigenen Konto? Zwischen 7 und 90 Tagen ist auf dem Markt so ziemlich alles verfügbar. Relevant ist auch, ob Zahlungsausfälle von den Vermarktern auf die Webseitenbetreiber abgewälzt werden. Geht der Vermarkter beim Werbekunden leer aus, dann geben manche Firmen dieses Risiko an die Blogger und Webseitenbetreiber weiter. In dem Fall kriegen auch Sie nichts ausbezahlt.

similarweb tarnkappe.info graph

Lukrativ: Advertorials/ Sponsored Posts

Damit sind wir auch schon beim nächsten Thema, nämlich bei Advertorials (auch Sponsored Posts genannt). Immer wieder werde ich von Vermarktern, die bei Google über meinen Blog gestolpert sind, dazu aufgefordert, kostenlose Werbebeiträge für sie zu veröffentlichen. Der Berliner Bloggerin Anne Link ging es ganz ähnlich, sie hat derartige Anfragen freundlich aber stets negativ beantwortet. Dafür gibt sie bei topElternBlogs praktische Tipps, wie man seine Seite mithilfe von Advertorials zur Einnahmequelle machen kann. Der Preis pro Advertorial richtet sich neben anderen Mediendaten (Anzahl RSS-Feed-Abos, Facebook-Fans, Follower bei Twitter, Anzahl der Newsletter-Abos etc.) natürlich nach der Anzahl der monatlichen unique visitors. Als Orientierungshilfe wird immer wieder folgende (wenn auch etwas ältere) Preisliste angegeben. Bei diesen Nettopreisen muss bei Rechnungsstellung stets noch die Mehrwertsteuer dazu addiert werden. Auch hier gilt: Die Preise für Online-Werbung sind leider immer reine Verhandlungssache. Es gibt dafür keine festen Werte. Als Richtwert kann man sich merken pro Advertorial:

  • bis zu 2.500 unique visitors pro Monat ca. 25 Euro
  • bis zu 10.000 unique visitors pro Monat ca. 50 Euro
  • bis zu 20.000 unique visitors pro Monat ca. 75 Euro
  • bis zu 30.000 unique visitors pro Monat 100 Euro pro Advertorial
  • bis zu 40.000 unique visitors pro Monat: 125 Euro pro Advertorial
  • bis zu 50.000 unique visitors pro Monat: 150 Euro pro Advertorial
  • etc.

Ein Advertorial ist ein Werbebeitrag und sollte unbedingt als solcher gekennzeichnet werden. Wer das nicht tut, betreibt Schleichwerbung, womit wir wieder beim Thema Schädigung des eigenen Rufes wären. Bedenken Sie bitte, dass die im Sponsored Post beschriebene Dienstleistung bzw. Produkt gut zu den Themen Ihrer Webseite passen muss. Werbetreibende und Vermarkter versuchen immer, den Streueffekt soweit es geht zu minimieren. Soll heißen: Sie möchten im Idealfall nur dort werben, wo schon die richtigen Leser vorhanden sind. Die Leser von Frau Links Elternblog wollen keinen neuen VPN-Anbieter kennenlernen, die Besucher der Tarnkappe sind hingegen an keinen neuartigen Windeln interessiert. Wenn das Advertorial gut einschlägt, sind viele Partner zu weiteren Aktionen bereit. Wenn nicht, haben Sie mit dem einmaligen Werbebeitrag bis auf die Verwirrung der Leser wenig gewonnen.

Nachtrag: Leider neigen manche Vermarkter mittlerweile dazu, Blogger zu Schleuderpreisen zur Mitarbeit zu bewegen. Ich bekam kürzlich von einem deutschen Vermarkter die Anfrage, angeblich sei das Kontingent für eine Werbeaktion ausgeschöpft für die ich Tarnkappe.info beworben hatte. Allerdings könne ich für 60 Euro noch ein Advertorial zusätzlich schreiben, regulär sollten 400 Euro dafür bezahlt werden. Ich habe dann freundlich aber bestimmt abgelehnt. Ich kann mich und meinen Werbeplatz gerne verschenken. Aber wenn dann nicht an Firmen, die damit auf meine Kosten jede Menge Geld verdienen! Es wird genügend Blogger geben, die lieber 60 Euro akzeptieren als in diesem Monat gar nichts einzunehmen.

Google AdSense: simpel einzubauen, aber leider wenig lukrativ

Am weitesten verbreitet bei Blogs ist ohne Frage die Online-Werbung von Google. AdSense wird in den verschiedensten Banner-Formaten ausgeliefert und kann zumindest teilweise den Themen der eigenen Seite angepasst werden. Bis zur ersten Auszahlung dauert es ein wenig. Zunächst bekommt man von Google eine Postkarte zugeschickt, um die eigene Identität zu bestätigen. Daneben muss erst die Auszahlungsgrenze von satten 70 Euro erreicht werden. Das ist im Vergleich zu vielen Anbietern sehr viel. Kleine Blogs werden dafür ewig brauchen.

Wer bei Google wirbt, muss sich auch darüber im Klaren sein, dass die nur den Kaffeesatz der Banner anzeigen, die sonst niemand haben wollte. Das wissen sowohl alle Insider als auch Beobachter Ihrer Seite, weswegen Sie mit Google Werbung stets die Attraktivität Ihres Portals ein wenig herunterschrauben.

Dementsprechend niedrig fallen auch die Umsätze aus, die meistenteils per CPC berechnet werden. Wer im eigenen Browser auf die Werbung klickt, muss bei der nächsten Abrechnung mit erheblichen finanziellen Einbußen rechnen. Google zieht die Provision für jeden selbst generierten Klick vom Umsatz ab – großzügig, versteht sich. Wer selbst sein bester Kunde ist, wird zurecht zeitnah von Google gesperrt. Ansonsten ist Google AdSense seit vielen Jahren nicht mehr von der Blogosphäre wegzudenken. Die Einrichtung der Banner ist einfach, danach kostet einen die Werbung im Gegensatz zu den meisten Anbietern keine Minute mehr. Fazit: Google AdSense ist für alle Seitenbetreiber eine gute Ergänzung, sofern gerade keine bessere Alternative greifbar ist. Es ist nicht weniger – aber auch nicht mehr.

blogfoster – auf Blogger spezialisiert

werde erfolgreicher blogger blogfosterGanz anders kommt das Berliner Startup blogfoster daher. Dort gibt es sowohl Advertorials, TKP-, Affiliate- als auch CPC-Kampagnen. Über die ausgelieferte Werbung entscheidet kein Algorithmus, das muss der Webmaster selbst tun. Jede Woche erhält man per E-Mail Informationen über neue Kampagnen. Danach gilt es zu entscheiden, was zum eigenen Publikum am besten passen könnte. Wer eine Entscheidungshilfe braucht, kann dort auf einen Blick sehen, wie hoch die Provision pro CPC, TPK bzw. verkaufter Ware (Affiliate-Werbung) ausfällt. Die Werbung mit dem höchsten Erlös hatten wir bisher bei Stilanzeigen, leider wurde das Angebot vollumfänglich auf Blogfoster umgeleitet.

Wer weiß, wie man bei WordPress den Inhalt von Widgets ändert, wird mit dem Einbau des Quellcodes keine Probleme haben. blogfoster wurde zwar für WordPress optimiert, die Auslieferung funktioniert aber auch bei allen anderen Content Management Systemen. Wer regelmäßig seine Anzeigen optimiert und auch mal einen neuen Werbeplatz ausprobiert, wird hier recht gute Ergebnisse erzielen. Ich erreiche mit meinem Blog jeden Monat im Durchschnitt die Hälfte des Umsatzes von Google AdSense. Da hier niemand exklusiv werben will, kann man blogfoster prima mit anderen Anbietern kombinieren. Mal eben einbauen und kontinuierlich abkassieren, funktioniert hier aber nicht, das sollte von Anfang an klar sein. Alle zwei bis drei Tage sollte man für ein paar Minuten an den Bannern schrauben, wenn man wirklich gute Ergebnisse erzielen will. Wer das nicht mag, soll lieber bei AdSense bleiben.

Anfragen von SEO-Optimierern

Ältere Webseiten werden auch von Mitarbeitern von Suchmaschinen-Optimierern angeschrieben, obwohl die Anfragen nichts mit Online-Werbung im eigentlichen Sinn zu tun haben. Entweder es soll gegen Bezahlung ein neuer Link (inklusive Follow) gesetzt oder ein eigener Beitrag (+ Link) veröffentlicht werden. Dabei gibt es zwei Probleme. Neue Beiträge passen nur selten zu den Inhalten, die auf dem Blog bereits verfügbar sind. Außerdem bestehen die SEO-Buden darauf, dass man ihre Beiträge nicht als Werbung deklariert. Damit zieht man die Wut der Leser auf sich. Zu einem Blog mit den Schwerpunkten Datenschutz & Urheberrecht passt eben kein Artikel über einen neuen E-Commerce-Anbieter. Die eigenen Leser sollte man nicht für dumm halten. Die können sehr wohl Schleichwerbung von informativen und sachlichen Beiträgen unterscheiden.

Doch Vorsicht! Das nächste Problem könnte Ihnen noch weit mehr Kopfschmerzen bereiten. Wer Links verkauft, macht sich bei Google und den anderen Suchmaschinenanbietern schnell verdächtig. Google straft ein derartiges Verhalten ab und schiebt Ihre Suchergebnisse weit nach unten. Das kostet Sie viele Besucher, Seitenzugriffe und somit bares Geld. Ein guter Freund von mir berichtete von einem chinesischen SEO-Unternehmen, welches ihm 60 US-Dollar jährlich für ein paar Links bezahlt hat. Nach der Abstrafung von Google ging der Trafic seiner Webseite erstmal gewaltig in den Keller. Im Endeffekt hat er dick drauf gezahlt, dem SEO-Unternehmen dürfte das egal sein.

Vorsicht bei Werbung für Sportwetten, Web-Casinos und Online Poker!

Poker ChipsWebmaster werden abhängig von der Popularität ihrer Seite immer wieder von Vermarktern angesprochen, die ihnen von Zeit zu Zeit lukrative Angebote unterbreiten. Die Provision liegt dabei oftmals doppelt so hoch wie bei Google AdSense und wird sogar im Voraus ausgezahlt. Zu schön um wahr zu sein? Tja, irgendwie schon. Aber immerhin: Mit Online Sportwetten und Online Casinos wurden schon vor Jahren weltweit ca. 1,5 Milliarden Euro jährlich generiert.

Doch Vorsicht: Werbung dafür ist nur dann erlaubt, sofern der Betreiber ein Impressum innerhalb der EU vorweisen kann. Das aber ist bei vielen Anbietern eben nicht der Fall, was kein Zufall ist. Ein Großteil der Unternehmen will sich weder den gesetzlichen Regelungen der EU noch deren Steuern unterwerfen, weswegen sie auf abgelegenen Inselstaaten betrieben werden. Auch wenn Ihnen der Vermarkter etwas anderes erzählt, was mir schon mehrfach passiert ist: Online-Werbung für Anbieter, die juristische Schlupflöcher ausnutzen, ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Dabei spielt es keine Rolle, ob Pferdewetten oder virtuelle Pokerrunden, Spielautomaten oder  Roulett-Tische beworben werden sollen. Einzige Ausnahme sind die Webmaster, die im hohen Norden leben. In Schleswig-Holstein weigert man sich standhaft, den ansonsten deutschlandweit gültigen Glücksspielstaatsvertrag zu unterzeichnen. Wer unsicher ist und sich keinen strafrechtlichen Konsequenzen aussetzen will, sollte einen Fachanwalt für IT- und Medienrecht konsultieren. Dessen Kostennote dürfte auf Dauer preiswerter als der Erhalt eines Schreiben der zuständigen Behörde sein.

Lassen Sie sich im Vorfeld konkret mitteilen, wofür im Detail geworben werden soll. Leider gehen die Mitarbeiter vieler Vermarkter dieser illegalen Werbung wenig ehrlich mit den Webseitenbetreibern um. In E-Mails an mich wurde die strafrechtliche Gefahr verharmlost und gelogen, bis sich die Balken gebogen haben. Letztlich muss aber jeder selbst wissen, welche Risiken sie/er eingehen will, denn das Schalten von Bannern für Sportwetten und Online-Casinos ist nicht zufällig derart lukrativ.

Und jetzt? Beantworten Sie zunächst die anfangs im Beitrag gestellten Fragen. Dann schauen Sie sich in Ruhe auf Webseiten wie Vermarktercheck.de um. Suchen Sie nach Partnern für Online-Werbung, die optimal zu Ihrem Angebot passen.

Bildquellen von oben nach unten: jarmoluk, stilanzeigen, Pexels, moritz320, George Hodan, geralt, blogfoster.com, Wikipedia, thx!

Wie kann ich Google Analytics blockieren?

google analyticsViele Betreiber arbeiten mit externen Anbietern zusammen, die die Benutzung ihrer Webseite im Detail analysieren lassen. Die Verfolgung der Aktivität der Nutzer wird üblicherweise als „Tracking“ bezeichnet. Von außen sind diese Webseiten nicht als solche zu erkennen. In Deutschland muss lediglich eine Datenschutzerklärung hinterlegt werden, die aber nicht auf der Hauptseite angezeigt wird. Von daher bekommt man normalerweise überhaupt nichts vom Tracking der Webseitenbetreiber mit. Trotzdem findet das Tracking auf den meisten Webseiten statt, auch bzw. gerade in Deutschland.

Tracking: Wo landen eigentlich die ganzen Daten?

Auch Anfänger können mit einfachen Mitteln herausbekommen, ob und welche Tracking-Dienste zur Analyse des Nutzerverhaltens eingesetzt werden. Problematisch ist die Nutzung der Dienstleister deswegen, weil die meisten in den USA angesiedelt sind. Sobald unsere Daten die Landesgrenzen verlassen, fallen sie unter das laxe US-amerikanisches Datenschutzrecht. In den USA ist die Nutzung der Daten nicht so restriktiv organisiert wie innerhalb der EU.

ghostery_google_analytics_trackerFür die Webbrowser Firefox, Internet Explorer, Chrome, Safari und Opera gibt es eine Erweiterung, die die Analyse der Webseiten für uns übernimmt. Dieses Programm ist auch für die mobilen Betriebssysteme iOS und Android verfügbar. Das kostenlose Tool mit Namen Ghostery erkennt sowohl Google Analytics, als auch über 1900 weitere Tracking-Anbieter, wie etwa IVW, opentracker oder eTracker. Daneben werden von Ghostery auch Widgets in sozialen Netzwerken und unsichtbare Tracking- und Analyse-Pixel blockiert. Nach eigenen Angaben vertrauen weltweit über 20 Millionen Anwender diesem Programm.

Das unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein empfiehlt den Einsatz von Ghostery ohne Einschränkung. Trotzdem muss man bei der Installation wachsam sein. Bei der Einrichtung von Ghostery sollte man auf jeden Fall darauf achten, nicht die so genannte Ghostrank-Funktion zu aktivieren. Damit würde man dem Hersteller Evidon erlauben, unsere Daten an ihre Server zu übertragen. Die so erhaltenen Daten werden wenn auch anonymisiert ausgewertet und an Drittfirmen verkauft. Das ist Teil des Geschäftsmodells von Evidon, ob uns das gefällt oder nicht. Allerdings kann die Ghostrank-Funktion jederzeit deaktiviert werden. Wer selbst Seitenbetreiber ist oder die Analyse im Einzelfall erlauben will, kann die entsprechende Webseite in der Whitelist bei den Blockieroptionen eintragen. In dem Fall setzt die Erweiterung ihre Funktion vorübergehend aus.

Wie arbeitet Ghostery?

Web Analytics ProcessDer Download erfolgt über die Add-on Seite oder den Store des Browserherstellers, beziehungsweise über die Webseite von Ghostery selbst. Sobald ein Tracker-Dienst erkannt wird, erscheint nach der Installation unten rechts im Browserfenster für 15 Sekunden ein Warnfeld. Dort wird eingeblendet, welche Dienste gerade unsere Schritte verfolgen. Oben rechts im Browser wird neben dem Geistersymbol die Anzahl der aktiven Tracker angezeigt. Jetzt kann jeder einzelne Dienstleister einzeln deaktiviert werden. Beim Aufrufen der nächsten Webseite haben die Webtracker wie Google Analytics dann keine Chance mehr. Werden auf einer Webseite keine Überwachungsprogramme benutzt, steht neben dem blauen Geist eine Null. Dann muss man auch nicht aktiv werden.

Google Analytics Opt-Out

Mit der Browser-Erweiterung von Google kann deren Dienst ebenfalls bei Bedarf ausgeschaltet werden. Die Erweiterung ist für den Firefox, Safari, Opera, Chrome und den Internet Explorer verfügbar. Tests haben ergeben, dass die Zugriff nach der Aktivierung des Tools für den Analyse-Dienst unsichtbar bleiben. Weitere Informationen und die Erweiterungen der Browser sind hier verfügbar.

Weitere Möglichkeiten zur Blockade von Tracking-Anbietern

Web analytics tool google analyticsFirefox-Nutzern steht darüber hinaus das kostenlose Add-on No Google Analytics von Erik Vold zu Verfügung, das von hier heruntergeladen werden kann. Die Blockade kann auch mit Erweiterungen wie No Script durchgeführt werden. Danach sind aber leider einige Webseiten überhaupt nicht mehr benutzbar. Von daher ist zu befürchten, dass die Anwender No Script schon nach kurzer Zeit wieder abstellen.

Webbrowser: Was ist eigentlich ein Add-on?

browser add-on plug-inErweiterungen sind für Webbrowser das Salz in der Suppe. Es sind Programme, die unzählige zusätzliche Funktionen bereitstellen. Es gibt drei Hauptarten, die man dabei unterscheiden sollte:

– Es gibt Add-ons, die es einem beispielsweise erlauben, Werbung zu blockieren, die eigenen Daten besser zu schützen, Facebook einzustellen, E-Books zu lesen, Radio zu hören, Videos von Webseiten herunterzuladen, den Browser besser in sozialen Netzwerken einzubinden – und vieles mehr. Sie sind alle ausnahmslos kostenlos.

– Doch es gibt noch mehr Erweiterungen. Daneben gibt es für Webbrowser die so genannten Themes. Sie verändern z.B. das Aussehen der Schaltflächen und Menüs eines Browsers. Die Hintergrund-Themes versehen hingegen die Menü- und Tab-Leiste mit einem individuellen Hintergrundbild.

Plug-ins hingegen werden zumeist von Fremdfirmen hergestellt. Das englische Verb “to plug in” bedeutet, dass man etwas einstöpselt oder anschließt. Viele Inhalte von Webseiten können nur dargestellt werden, sofern diese zusätzliche Software installiert wurde. Plug-ins spielen oft Medien in patentgeschützten Formaten wie Flash, Quicktime und Silverlight ab. Ohne das entsprechende Zusatzprogramm wäre die Nutzung der Videos, Musikdateien, Online-Spiele oder Präsentationen nicht möglich. Daneben braucht man sie für diverse Dienste, wie beispielsweise Google Talk, Google Earth, oder zum Beispiel die Internet-Telefonie von Facebook.

Hier werden in einem extra Beitrag zahlreiche nützliche Plug-ins für diverse Browser vorgestellt.

mozilla add-ons

Veraltete Erweiterungen sind gefährlich

Hierbei ist es sehr wichtig, die Plug-ins auf einem aktuellen Stand zu halten. Hacker suchen ihre Lücken nicht nur in den Browsern selbst. Oftmals wird versucht, Schwächen in Flash, Java oder Quicktime auszunutzen, um Schadsoftware auf unseren Computer einzuschleusen. Beispielsweise hat sich Adobe selbst ins Abseits gestellt, weil das Unternehmen viel zu lange für das Schließen der Sicherheitslücken von Flash benötigt hat. Normalerweise werden derartige Bugs innerhab wenigen Stunden nach Bekanntwerden der neuen Lücke geschlossen.

Beim Mozilla Firefox kann man bei jedem Plug-in entscheiden, ob es automatisch oder nur nach Aufforderung des Nutzers aktiviert wird. Wer einzelne Plug-ins nur selten benutzt, sollte diese Option sicherheitshalber einschalten. Für Sicherheitslücken anfällige Plug-ins werden beim Browser Google Chrome automatisch aktualisiert. Leider gehen die Browserhersteller mit dieser Problematik recht unterschiedlich um.

Bei einem Update des Browsers kann es leider manchmal passieren, dass einzelne Themes oder Erweiterungen nicht mehr kompatibel sind. Dann kann man diese bis zum nächsten Update der Erweiterung nicht mehr benutzen. Meistens reagieren die Programmierer aber sehr schnell auf derartige Änderungen.

browser theme add-on plug-in

Add-on: Was tun bei Abstürzen?

Bei der Ausführung von Erweiterungen kann es auch zu Abstürzen kommen. Bei Windows-Rechnern erhält man beispielsweise beim Firefox die Warnung, dass das Plug-in nicht mehr auf Anfragen reagiert. Wer möchte, kann das Programm in der Hoffnung fortsetzen, dass es nach kurzer Zeit wieder funktioniert. Anderenfalls gibt es die Möglichkeit, das einzelne Plug-in zu stoppen.

Diverse Browseranbieter lassen sich anonymisierte Absturzberichte übermitteln, um die Sicherheit der eigenen Software zu optimieren. Dabei wird neben der Browserversion, dem Betriebssystem und allen installierten Erweiterungen übermittelt, welche Webseiten zum Zeitpunkt des Absturzes besucht wurden. Keine Sorge: Ihre persönlichen Daten werden in diesem Fall nicht übertragen.

Die Browser, die über zu wenig Erweiterungen verfügen, verlieren den Wettbewerb im Kampf um die Anwender. Vergleiche zwischen den einzelnen Webbrowsern sind hier, hier und hier verfügbar.

ueber_lars_sobiraj

Was ist eigentlich ein Browser?

bester browser
Der erste populäre Browser war der Netscape Navigator. Bis Mitte der 90er Jahre war er der führende Webbrowser, bis dieser vom Internet Explorer und später vom Mozilla Firefox abgelöst wurde.

Das Verb “to browse“ entstammt übrigens der englischen Sprache. Es bedeutet blättern oder stöbern. Webbrowser sind folglich Programme, mit denen man im WWW herumstöbern kann. Viele Bereiche des Internets sind folglich nur mithilfe eines Webbrowsers sichtbar. Sie sind quasi unser Tor zum Web.

Damit die Webseiten auf jedem Browser und bei jedem Betriebssystem genau gleich aussehen, wurden so genannte Webstandards eingeführt, an die sich die meisten Hersteller halten. Alle Hersteller entwickeln ihre Programme ständig weiter, Sicherheitslücken werden zumeist binnen kürzester Zeit behoben. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Browser erlauben, automatische Updates durchzuführen. Dies ist z.B. beim Google Chrome möglich.

Surfen hat sich gewandelt

Der Browser unterstützt seit Anbeginn die direkte Eingabe von URLs (Internet-Adressen) durch den Anwender. Mittlerweile kann man bei den meisten Browsern oben in der Adresszeile auch den Suchbegriff eingeben, dieser wird dann der Suchmaschine der Wahl übergeben. Damit haben die Anbieter berücksichtigt, dass die meisten Menschen heutzutage nicht mehr direkt die Internet-Adresse eingeben. Viele sind auf der Suche nach einer Antwort und brauchen die Hilfe einer Suchmaschine. Gerade im mobilen Bereich gibt es immer mehr Betriebssysteme, die auf der Funktionalität eines Webbrowsers aufbauen. Die Anbieter wissen, dass unsere Suche im Netz eine der Hauptbeschäftigungen mit den Geräten ist.

Was ist eigentlich HTML?

HTML steht für Hypertext Markup Language. Alle Webseiten bestehen aus einem Code, der auf dem Webserver im so genannten HTML-Format hinterlegt wurde. Aufgrund der Befehle der HTML-Kodierung weiß der Browser ganz genau, was und wie er es darstellen soll. Die Anzeige diverser Inhalte von Webseiten funktioniert hingegen nur, sofern im Browser die dazu passenden Plug-ins oder Add-ons installiert wurden.

Das Surfen hat sich auch aus anderen Gründen stark gewandelt. Da die Nutzer heutzutage mit DSL-Leitungen unterwegs sind, werden viele große Grafiken, Animationen und Videos angeboten. Das war in den 90er Jahren zu Modem- bzw. ISDN-Zeiten total verpönt. Damals hätte man auch Stunden gebraucht, um alle diese Informationen herunterzuladen. Doch schneller bedeutet nicht, dass automatisch alles besser ist.

internet browser

Cookies, Lesezeichen & die Chronik

Auf der Festplatte Ihres Computers oder Smartphones wird der Inhalt der Webseiten abgespeichert. Wenn Sie die gleiche Seite ein zweites Mal besuchen, wird der Ladevorgang stark verkürzt. Auf Ihrem PC werden ebenfalls Cookies hinterlegt, deren Inhalt später ausgelesen werden kann. Das ist der Grund, warum Sie beispielsweise bei Amazon beim nächsten Besuch mit Vor- und Nachnamen begrüßt werden.

Ein Browser bietet uns die Möglichkeit, bei interessanten Webseiten Lesezeichen zu setzen, um zu einem späteren Zeitpunkt direkt auf diese Seiten zuzugreifen. Die Lesezeichen können abhängig vom Browser in verschiedenen Ordnern abgelegt und verwaltet werden. Jeder Browser bietet uns diesbezüglich andere Optionen an. Zudem gibt es die Möglichkeit in der Chronik nachzuvollziehen, welche Webseiten Sie innerhalb der letzten Tage besucht haben. Sie können in der Chronik auch nach Schlagwörtern suchen, wenn Ihnen der Name einer Seite nicht mehr einfallen sollte.

Vergleichstests überflüssig?

Viele Vergleichstests sind einfach sinnlos. Letztlich müssen Sie Ihren Lieblingsbrowser im Laufe der Zeit selbst herausfinden. Alleine von Ihrem persönlichen Nutzungsverhalten und Ihren Bedürfnissen hängt es ab, welcher Webbrowser der Richtige für Sie ist. Jeder Konkurrent bringt neben seinen Stärken naturgemäß auch seine Schattenseiten mit. Ich habe hier versucht, die wichtigsten Merkmale bei der Auswahl des Browsers zusammenzutragen und zu bewerten.

Weitere Beiträge zum Thema Browser sind hier verfügbar.