Spiegelbest will boox.to Konkurrenz machen

spiegelbestKommt der neue Wettbewerb von einem der ehemaligen Torboox-Betreiber? Der frühere Pressesprecher, der unter dem Namen Spiegelbest agiert, bietet ab sofort eine Art Befreiungsdienst für E-Books an. Jeder der den Buchpiraten den Kaufpreis für ein gewünschtes E-Book zukommen lässt, erhält das Buch in elektronischer Form per E-Mail zugeschickt, ohne DRM-Beschränkungen versteht sich.

Wie das geht? Ganz einfach. Die ASIN beziehungsweise ISBN-10 eines gewünschten Buchtitels heraussuchen, Spiegelbest als Bezahlung die Daten einer Amazon-Geschenkkarte übermitteln, fertig. Nach wenigen Tagen soll per E-Mail dann das E-Book DRM-frei zurückgeschickt werden. Legal ist das Ganze natürlich nicht. Auch deshalb nicht, weil man die Bücher anschließend „im öffentlichen Leseraum der Szene“ ausbreiten will, wie er auf spiegelbest.me schreibt. Soll heißen: sie sind früher oder später zum Schaden der Verlage per FTP-Server, Filehoster, P2P oder Usenet verfügbar.

Spiegelbest will mehrere Gänge herunterschalten

Offenbar war es der frühere Pressesprecher schlichtweg leid, für TorBoox Geld in Massen einzusammeln. Wie er selbst schreibt, ist dies ein neuer Versuch, „mal ein oder zwei Gänge runterzuschalten„. Bücher, die von Autoren im Selbstverlag verbreitet werden, kommen für die Aktion nicht infrage. Derartige Autoren hätten es ohne die Unterstützung auch so „schwer genug„. Er nehme sich die Freiheit, die Indies zu schonen.

andreas-eschbach-buch-und-ebook-sobirajDiese Aktion ist für Spigelbest wahrscheinlich die einzige Chance weiterhin aktiv zu sein. Der Börsenverband des Deutschen Buchhandels lehnte jegliche Verhandlungen kategorisch ab und schaltete gegen boox.to die GVU als private Ermittler ein. Auch haben die bisherigen Gespräche mit anderen Autoren und ihren Verbänden noch kein Ergebnis hervorbringen können. Eine E-Book-Flatrate der großen Verlage ist nicht in Sicht. Bislang gibt es leider auch noch keinen Verein, der von passionierten Lesern Gelder einsammelt, um sie an die Autoren direkt zu verteilen. Die Idee dahinter lautet, dass man die eingezahlten Gelder der Leser an die Beurteilungen der Werke knüpft. Je mehr Sterne ein Buch erhält, umso höher wäre der Anteil des monatlichen Mitgliedsbeitrages aller Vereinsmitglieder, die an die Buchautoren ausgezahlt werden. Eine schöne Idee, die Branche ist dafür aber wohl noch nicht reif.

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